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Freitag, 23. August 2019
(12) Neues aus
Iran

lesani, 15:06h
Tabriz - Kermanshah - Hamadan
Im Juni brechen wir auf zu einer Tour nach Nordwesten. Zunächst fliegen wir nach Tabriz.
Vom Flughafen in Tabriz geht es mit einem Fahrer über Jolfa zum Kloster St. Stephanos, 150 km nordwestlich von Tabriz. Nach einer kleinen Pause in einer ehemaligen Karavanserei fahren wir durch Jolfa und folgen dem Aras-Flusstal an der armenischen und aserbaidschanischen Grenze entlang.

Reiterstatue von Kuchak Mirza Khan am Abbas Mirza Square in Jolfa
Am Weg zum Kloster am Aras-Fluss entlang liegt auf einer Anhöhe eine kleine Hirtenkapelle aus dem 14. Jahrhundert.
Den Schlüssel für die Kapelle hat ein altes Männlein, das neben der Tür sitzt und Wache schiebt. Es schließt uns die Kapelle auf.
Von der Terrasse der Kapelle aus kann man über den Fluss auf das andere Ufer sehen.
Bis 2005 befand sich dort der alte Friedhof von Jolfa mit hunderten rötlichen und ockerfarbenen Khatchkar-Grabstelen aus dem 9. bis 16. Jahrhundert, die teilweise zwei Meter hoch und mit christlichen Symbolen, floralen Motiven und Szenen des täglichen Lebens verziert waren. Heute befindet sich dort ein Truppenübungsplatz der aserbaidschanischen Armee. Um 'Platz' dafür zu schaffen, wurden die Grabstelen beseitigt und zerstört und teilweise in den Fluss geworfen.

Nach weiteren 15 km sind wir am Ziel. Die Temperaturen liegen bei 30° C.
Kloster St. Stephanos
Das Kloster wurde im 9. Jahrhundert in einer tiefen Schlucht in der Nähe des Flusses Aras erbaut, der heute die Grenze zu Aserbaidschan darstellt. Die Klosterkirche geht auf das 13. Jahrhundert zurück.
Das Kloster ist zwar dem Heiligen Stephanos geweiht, wurde aber der Legende nach bereits vom Apostel Bartholomäus gegründet. Es ist an der Stelle erbaut worden, an welcher der Apostel Judas Thaddäus seinen Märtyrertod gefunden haben soll. 2008 wurde es zur UNESCO-Weltkulturerbestätte erklärt, nicht nur wegen der herausragenden Architektur, sondern auch aufgrund der Wallfahrt, die dorthin schon seit den fünfziger Jahren jedes Jahr im Sommer stattfindet. Tausende von Armeniern, sowohl aus der Region als auch aus dem Nachbarland Armenien und der ganzen Welt, kommen am Tag des Hl. Thaddäus dort zusammen, campieren in den Hügeln rund um das Kloster, feiern Gottesdienste, machen davor und danach aber auch ausgiebig das, was Armenier besonders gut können: grillen, musizieren, singen und tanzen - übrigens die Frauen allesamt ohne Kopftuch. Auch deshalb ist es in dieser Zeit den muslimischen Iranern verboten, sich dem Gelände zu nähern, nur Armenier und andere christliche Besucher sind erlaubt.
Entlang der Wehrmauer mit Türmen und Bastionen gelangen wir an das Tor.

Der Eingang im Mittelteil der westlichen Wehrmauer.


Widderköpfe in den Falten am Rand des Zeltdachs
Die Wehrmauer
Von der Anhöhe ein Blick auf die Anlage
Der Eingang zur Kirche mit Dekorationen aus Flechtbändern, Kreuz- und Heiligenreliefs
Der Märtyrertod des Apostels Judas Thaddäus
Die Empfängnis Mariens
Maria und das Jesuskind. Auffallend ist, dass Maria und Jesus nach islamischer Art ohne Gesicht dargestellt werden. Möglicherweise ist dies erst in einer anderen Epoche geglättet worden.
Der Eingang zur Kirche.
Die Tür
Der Altarraum wird restauriert.
Die Kuppel
Der Klostergarten mit dem Glockenturm und dem Pyramidendach im Hintergrund.
Die Mönchszellen.
Das Museum

Der Klosterteich
Auf der Rückfahrt nach Tabriz bringt uns der Fahrer zu einem Restaurant, das trotz Ramadan geöffnet ist. Es gehört einem Türken. In der Gegend wird der Dialekt Azeri gesprochen mit türkischem Einschlag.
Tabriz
Unser Hotel in Tabriz

Der Fernseher läuft, eine Koranlesung. Wir suchen vergeblich nach dem Ausschaltknopf und den Stecker und finden endlich die Fernbedienung.
Nachdem wir uns frisch gemacht und eingerichtet haben, machen wir uns auf dem Weg, die Stadt zu erkunden.
Das Verfassungshaus
In diesem von außen unscheinbaren qajarischen Bürgerhaus trafen sich die Anhänger der konstitutionellen Revolution (1905 – 1911).
Dahinter verbirgt sich ein kleiner Garten und ein repräsentatives Gebäude im qajarischen Stil, das Verfassungshaus - heute ein Museum.

Die Konstitutionelle Revolution im Iran war eine von westlich orientierten Kaufleuten, Handwerkern, Aristokraten und einigen Geistlichen getragene liberale Revolution mit dem Ziel, die absolute Monarchie durch ein parlamentarisches Regierungssystem abzulösen und eine moderne Rechtsordnung einzuführen. Nach Protesten und Streiks in Teheran kündigte der Monarch Mozaffar ad-Din am 5. August 1906 Wahlen zu einem Parlament an. Dieses trat am 6. Oktober 1906 erstmals zusammen und verabschiedete eine Verfassung mit bürgerlichen Grundrechten. Mit der Verfassung wurde im Iran die konstitutionelle Monarchie eingeführt. Die Einführung umfassender bürgerlicher Freiheitsrechte, die auch die Religionsfreiheit und damit die Trennung von Staat und Religion eingeschlossen hätte, konnte nicht erreicht werden. Am 7. Oktober 1907 wurde vom Parlament als Kompromiss eine Ergänzung zur Verfassung verabschiedet, die den schiitischen Islam als offizielle Religion des Iran festschrieb und festlegte, dass der Schah schiitischer Muslim sein muss, für den Islam eintreten muss und ein Gremium aus mindestens fünf Geistlichen vom Parlament eingesetzt werden muss, das alle Gesetzesvorlagen des Parlaments auf die Übereinstimmung mit den islamischen Rechtsgrundsätzen überprüft; andernfalls kann das Gesetz nicht verabschiedet werden. Damit hatte die Geistlichkeit ein verfassungsmäßiges Vetorecht zugestanden bekommen. Gemäß einem Verfassungszusatz konnte diese Vorschrift weder abgeändert noch abgeschafft werden, was das Veto-Recht konstitutionalisierte. Bis zum Erscheinen des verborgenen Imams sollte es in Kraft bleiben. Dieser Grundkonflikt zwischen Bürgertum und Geistlichkeit besteht heute noch. Die islamische Revolution des Jahres 1979 - die Schaffung einer islamischen Republik Iran - war die Fortführung eines Konflikts, der mit den politischen Auseinandersetzungen der Konstitutionellen Revolution im Jahre 1905 begonnen hatte.
Als das Parlament das Budget für den Hof wegen der Knappheit der verfügbaren finanziellen Mittel kürzte, ließ es Mohammad Ali Schah kurzerhand schließen. Seine Truppen belagerten Täbris ab Juni 1908, konnten aber Dank des von Sattar Khan organisierten Widerstandes die Stadt nicht einnehmen. Die Stadt konnte erst nach Eingreifen russischer Truppen, die in den Norden einmarschiert waren, nach elf Monaten eingenommen werden.
Nach der Weigerung des Führers der Provinzial Association Head of Azarbaydjan, Seggat-al-Islam, anzuerkennen, dass die Tabrizer den Krieg begonnen hätten, wurden er sowie weitere Personen, von denen die Russen befürchteten, dass sie ihnen gefährlich werden konnten, verhaftet, in Ketten vorgeführt und zur Abschreckung aufgehängt.
Am Ende siegten die Truppen der Freiheitskämpfer aus dem Norden und Süden des Iran und Mohammad Ali Schah musste im Juli 1909 ins russische Exil nach Odessa flüchten. Auf Einladung des Parlaments zog Sattar Khan am 3. April 1910 mit 300 Kämpfern von Täbris nach Teheran und wurde dort von der Bevölkerung als Retter des Vaterlandes gefeiert.
„Kämpfer im Schlachtfeld“
Frauenrechtlerin Zeynab Pasha
Zeynab Pasha lebte während der Qajar-Dynastie im späten 19. Jahrhundert. Sie lehnte es ab, ihr Gesicht mit einem Schleier verhüllen, wie es in dieser Zeit weit verbreitet war. Sie kämpfte gegen das Feudalsystem und die Unterdrückung der Frauen. So kämpfte sie gegen die dem Briten Talbot erteilte Tabakkonzession, die allein der Aufbesserung der königlichen Haushaltskasse diente und zur Ausbeutung der iranischen Tabakbauern führte und gegen die grassierende Hungersnot, deren Ursachen darin bestand, dass der König Weizenhändlern die Erlaubnis erteilt hatte, den Weizen zu beliebigen Zeiten zu veräußern, was dazu führte, dass die Händler den Weizen im Sommer billig aufkauften, ihn in Lagerhäusern einlagerten, um ihn dann in Zeiten des Mangels zu überteuerten Preisen verkaufen, die sich die arme Bevölkerung nicht leisten konnte. Sie überfiel mit vierzig Frauen ein Weizenlager. Als Zeichen für den Angriff ihrer Truppen benutzte sie einen Schleier als Flagge. Den Weizen teilte sie anschließend unter der bedürftigen Bevölkerung auf. Mit feurigen Reden unterstützte sie die konstitutionelle Revolution und rief die Männer zum Aufstand auf. Wenn sie es nicht wagten, die Unterdrückung zu bekämpfen und sie Angst hätten, gegen Diebe und Plünderer zu kämpfen, die ihren Reichtum, ihre Ehre und ihre Heimat stehlen, dann sollten sie den Frauenschleier nehmen und zu Hause bleiben. Sie beendete die Rede mit den Worten: Rede nicht über Männer und Tapferkeit! Dann warf sie einen Schleier in die Menge und verließ die Versammlung.
Hojatol-eslam-Moschee
Nicht weit vom Verfassungshaus entfernt liegt der Basar, auch UNESCO-Weltkulturerbe. Durch das attraktive Eingangsportal mit den beiden Minaretten aus dem 19. Jahrhundert gelangen wir in den Innenhof eines Moscheekomplexes.
Die Wintergebetshalle der Jame-Moschee, die auf eine seldschukische Gründung des 11. Jahrhunderts zurückgeht.
Ihr gegenüber befindet sich die aus dem 17. Jahrhundert stammende Talebiyeh-Madrese, vor der eine kleine Gruppe Schüler mit ihrem Lehrer auf dem Rasen sitzt. Daran schließt sich eine weitere Madrese an, die Sadeqiyeh-Madrese.
Durch das gegenüberliegende Portal gelangen wir in den Basar.
Der Bazar von Tabriz war eine der wichtigsten Stationen auf der historischen Seidenstraße. Der Basar erlebte eine erste Blütezeit im 13. Jahrhundert, als Täbris Hauptstadt des Safawidenreichs war. Auch als Täbris im 16. Jahrhundert den Status als Hauptstadt verlor, blieb die Stadt, und damit auch ihr Basar, doch bis Ende des 18. Jahrhunderts ein wirtschaftliches Zentrum. Der Basar im engeren Sinne besteht aus miteinander verbundenen Bauten aus Ziegelmauerwerk, die unterschiedlichen Zwecken dienten. Er ist nicht nur ein Ort des Warenaustauschs, sondern auch des sozialen Lebens. Hier gab es Schulen und religiöse Einrichtungen. Es gibt im Historischen Basar von Täbris 28 Moscheen, fünf Schulen, drei Bibliotheken, fünf Hammams, eine Eiskammer und ein Gymnasium. Für solch einen Basar bräuchte man eigentlich eine spezielle Führung. Bei den diversen Quergassen und dem vielfältigen Angebot verliert man leicht die Übersicht. Hier eine kurze Beschreibung der Infrastruktur:
Ein Bazar ist nämlich nicht nur so etwas wie ein überdachter Wochenmarkt. Er besteht aus mehreren Sub-Basaren wie Amir-Basar (für Gold und Schmuck), Mozzafarieh (ein Teppichbasar, sortiert nach Knotengröße und -typ), Schuhbasar und viele andere für verschiedene Waren wie Haushaltsgegenstände. Der Basar besteht nicht nur aus einer Straße. Er hat mehrere mehrere Parallelstraßen. Diese werden als rasta bezeichnet. An einer geraden, oft überdachten Straße reihen sich beiderseits die einzelnen Geschäfte. In Täbriz verlaufen die wichtigsten Basarstraßen parallel in Nord-Süd-Richtung und sind durch Querstraßen in West-Ost-Richtung miteinander verbunden. Zwischen diesen parallelen Querstraßen gibt es überdachte Verbindungen, die man als chārsug betezeichnet. In Tabriz gibt es vier dieser überwölbten Straßen, von denen zwei bemerkenswert sind: Sādiqiyya und Butchular chārsug. Überdachte Verbindungsgassen werden als dālān bezeichnet; auch in diesen Gassen findet Handel statt. In Tabriz gibt es 21 dālāns.
Die beiden wichtigsten sind die Gāni dālān und Khān dālān.
Neben diesen Straßen gibt es die Innenhöfe, die von ein- oder zweistöckigen Gebäuden gerahmt sind, die aus Reihen von separaten Räumen bestehen. Diese werden als Saras bezeichnet. Hier konnten Waren gelagert werden; die Anlage eignete sich jedoch auch für Wohnzwecke. Wegen der vielen sozialen Aufgaben, die sārās erfüllten, waren sie besonders sorgfältig gestaltet. Von den 26 Saras, die in Täbris noch erhalten sind, sind unter architektonischem Gesichtspunkt die Mirzā-Jalil, Jafariya und Amir Sarāyi interessant.
In den Funktionen mit den sārās vergleichbar sind die timche. Sie bieten weniger Komfort. Sie waren oft mit komplizierten Gewölbeformen überdacht. In den einzelnen Räumen dieser Bauensembles handelte man mit besonders wertvollen Gütern, die auch hier gelagert wurden.
Händler mit Karren voller Säcke und Packen suchen ihren Weg durch die Massen.
Wir gelangen zum Haupteingang und haben von da aus einen schönen Blick auf die Straße, die zum Basar führt. Links und rechts des Dachs des im Kellergeschoss befindlichen Basars bieten Händler ihre Waren vor den schönen alten gelben Backsteinhäusern an.
Hier befindet sich auch das Büro des Tourist Office, dessen hilfsbereite Mitarbeiter im Reiseführer besondere Erwähnung finden.
Blick auf den Haupteingang des Basars.
Der hilfsbereite Mitarbeiter des Tourismusbüros.
Im Tourismusbüro werden wir herzlich empfangen und beraten und kommen heraus mit einer Rundtour zu den Blauen Bergen, dem Urumaya-Salzsee und dem Felsendorf Kandovan am nächsten Tag. (Bei unserer Planung hatten wir diese Örtlichkeiten eigentlich außen vor gelassen, weil uns die Fahrten dahin zu lang erschienen.)
Zum Abschluss empfiehlt er uns ein Restaurant, in dem es gute Fleischbällchen und Dolmeh gibt, ein aserbaidschanisches Gericht: Weinblätter, die mit einer Mischung aus Auberginen, Paprika, Tomaten oder Zucchini, Fleisch, Erbsen, Zwiebeln und verschiedenen Gewürzen gefüllt sind. Der Weg dorthin führt uns an der neuen Mosalla-Anlage vorbei, hinter der die Arg-e Ali Shah liegt, die wir uns noch anschauen wollen.

Ein junges Mädchen in Begleitung seiner Mutter, das gerade aus der Moschee kommt, spricht uns an, ob sie ein Foto mit uns machen darf. Es kommt zu einem längeren Gespräch über die Shadorbekleidung. Nein, sie ist nicht unbequem, auch nicht bei den zur Zeit herrschenden Temperaturen. Es entspreche ihrem Glauben, so gekleidet zu sein, erzählt uns die Fünfzehnjährige mit ihrem offenen Wesen; sie sei es von klein auf so gewöhnt. Nein, es sei auch nicht anstrengend, den Shador mit den Zähnen zusammen zu halten. Ob wir denn ein Foto davon machen dürfen? Na klar.

Im Hintergrund die Arg-e Ali Shah, die wir uns eigentlich von Nahem ansehen wollen. Während unseres Gesprächs wird der Zugang geschlossen. Heute müssen wir uns mit einem Foto aus großer Distanz begnügen.
Gegenüber wird eine Häuserzeile mit einer schönen Kolonnade restauriert.
Im Restaurant gibt es heute keine Dolmeh. Herein kommt der rührige Tourismusberater mit einem holländischen Paar. Er vergewissert sich, dass es wirklich keine Dolmeh gibt und muss kapitulieren. Wir nehmen eine Fleischtasche und wagen uns an einen Oregano-Tee. Nicht schlecht.
Nach dem Essen gelüstet es uns nach etwas Süßem. Shirinis, kleine Süßigkeiten, haben sie nicht, besorgen sie uns aber aus einer nahe gelegenen Konditorei. Der Nachbartisch profitiert auch davon.
Der Nachtbummel zum Hotel führt uns an einigen der Sehenswürdigkeiten von Tabriz vorbei:
Der große Mosaikplatz

Arg-e Ali-Shah
Historisches Rathaus
Die blaue Moschee
neben dem Khasagani-Garten
Das Dichtermausoleum
Die modernistische Konstruktion mit ihren stilisierten Toren aus hellem Beton gedenkt der mehr als 400 prominenten Dichter, Mystiker, Theologen und Wissenschaftler, die auf dem angrenzenden Gelände bestattet wurden. In dem Denkmal ist das Grab des Dichters Ostad Shahriyar untergebracht, der 1988 starb. Sein Gedicht „Heydar Baba“ in azerischer Sprache ist dem Landleben am Berge Heydar Baba gewidmet. Eine der Strophen lautet: Heydar Baba, wenn Fasane ihren Flug nehmen und Hasen dem Gebüsch entspringen, Deine Gärten in Blüten schwelgen, dann falls möglich, erinnere Dich an uns und erfreue unsere betrübten Herzen.“
Neben dem Dichtermausoleum liegt die Imāmzādeh Hamzah Moschee ein Schreinkomplex, in dem Hamzeh, der Bruder des achten Imam, Imam Reza, begraben liegt. Anderen Berichten zufolge gehört das Grab einem weiteren Verstorbenen der schiitischen Imame. Das Mausoleum stammt aus dem 14. Jahrhundert und verfügt über umfangreiche Spiegelarbeiten. Das Heiligtum ist ein beliebter Wallfahrtsort.
In den Moscheen wird auch gelebt, gesellig zusammen gesessen, gegessen und geschlafen.

Beim Fotografieren werden wir von einem Mann angesprochen, der uns fortan durch die Moschee führt. Er hat Jura studiert, spricht Englisch und Französisch und betreibt im Sommer einen Buchladen an der Moschee, im Winter macht er sich auf Reisen.
Der Shador muss für die Moschee sein, Ausländerinnen und ältere Frauen dürfen aber den Gebetsraum, der eigentlich nur den Männern vorbehalten ist, betreten, sagt uns unser Begleiter.
Das Imamzadeh des Seyed-Hamze
Der Kuppelsaal, in dem sich der von einem silbernen Gitter geschützte Sarkophag befindet, ist opulent verspiegelt und stammt aus dem 14. Jahrhundert.
Die Sāheb ol-Amr-Moschee
Sāheb ol-Amr-Moschee, nach dem die Moschee benannt ist, ist der Titel des letzten Imams der Zwölferschiiten, Muhammad al-Mahdī. Er hält sich im Verborgenen auf. Von ihm wird eine messianische Rückkehr erwartet.
Am nächsten Morgen geht es auf die vom Tourismusbüro empfohlene Fahrt.
Der Weg zu den 'Bunten Bergen'
Die 'Bunten Berge', diese regenbogenfarbigen Hügel sind das Ergebnis von Millionen von Jahren, während denen die Mineralien und Sedimente zusammengedrückt wurden und oxidierten. Diese Landschaft ist so einzigartig, dass man den Eindruck bekommt, sich auf einem anderen Planeten zu bewegen. Rote, gelbe, weiße, kupferne und orange Farben wechseln sich ab mit verschiedenen Grau-, Braun-, Beige- und Grüntönen.

Automarkt
Die 'Bunten Berge'



Der Weg zum Orumieyh-See

Geschwindigkeitskontrolle

Der Orumieyh-See
Der Orumieyh-See, nahe der türkischen Grenze, ist mit seinen ca. 5000 Quadratkilometern der Größte See Irans und der zweitgrößte Salzsee der Welt. Zwischen 1998 und 2011 ist die Oberfläche um 60 Prozent geschrumpft, der Wasserspiegel um sieben Meter gesunken. Der Rest ist eine gräuliche Wüste aus Sand und Salz, entlang den Ufern durchsetzt von Salztümpeln. Im Restsee ist die Salzkonzentration auf über 300 Gramm pro Liter Wasser gestiegen, das Achtfache von Meerwasser. Der Wert ist vergleichbar mit dem toten Meer. Bei dieser Konzentration droht selbst das einzige Lebewesen auszusterben, das im Urmia-See lebt und nirgends sonst: Artemia urmiana, eine Krebsart. Schon seit Jahren berichten Anwohner, dass die Vögel, die sich von den Krebsen ernähren, immer weniger werden.
Der Grund: viele Zuflüsse zum Orumieyh-See werden gestaut, um Strom zu gewinnen. Die Landwirtschaft um den See herum benötigt viel Wasser, das die Bauern nicht nur aus dem Gewässer selbst gewinnen. Legale und illegale Brunnen zapfen auch die Grundwasservorräte an. Zudem regnet es in der Region immer weniger. Dank des Projekts, das 2013 vom Iran mit dem UN-Entwicklungsprogramm aufgelegt wurde und von Japan mit einer Million Dollar im Jahr finanziert wird, besteht Hoffnung, dass der See doch noch gerettet werden kann. Das Umweltprojekt setzt vor allem auf einen Wandel der Landwirtschaft. Fast 85 Prozent des Wassers aus dem Seebecken wird für Landwirtschaft verwendet.

Im Hintergrund Berge in der Türkei - Anatolien

Quer über den See wurde ein 15 km langer Damm gebaut, der am östlichen Ende durchbrochen und von einer 1,5 km langen Brücke überspannt wird, damit sich die Wassermassen des nördlichen und südlichen Gebiets austauschen können. Dadurch hat sich nebenbei die Strecke zwischen der Stadt Orumiyeh und Tabriz halbiert.
Blick auf den Damm. Dahinter der anatolische Gebirgszug der Türkei.
Zahlstelle

Die Brücke
Am Brückenkopf stehen mehrere Imbissstände. Sie scheinen ein beliebtes Ausflugsziel zu sein. Unser Fahrer hat Hunger. Notgedrungen nehmen wir Kebab und eine Cola zu uns. Die Kebabstäbe werden aus der Kühltruhe genommen und auf den Grill gelegt.



Unser Fahrer fühlt sich sichtlich wohl.


Tretboote in Schwanenform stehen zu einer kleinen Tour bereit.
Der Weg nach Kandovan

Transport auf iranisch
Brotverkauf am Straßenrand
Obstverkauf am Straßenrand
Felsendorf Kandovan
Kandovan ist ein Felsendorf mit etwa 1000 Einwohnern 55 km südlich von Tabriz. Es liegt entlang einer Flussoase. Überragt wird es von öden Bergrücken des Einzugsgebiets des Kuh-e Sahand. Die bäuerliche Bevölkerung lebt von den regionalen Erzeugnissen, insbesondere aus der Schafzucht, dem Obstanbau und der Ackerbewirtschaftung.
Der Ortseingang

Kulturell interessant ist Kandovan wegen seiner hinkelsteinartigen Häuser vulkanischen Ursprungs. Ausschlaggebend für die heutige Erscheinung der Felsen sind Erosion, Verwitterung und menschliches Zutun gleichermaßen. Die Bewohner haben ihre Behausungen als Höhlenwohnungen in den weichen Tuffstein gegraben. Von außen sind lediglich Türen, Fenster, sowie Treppenzugänge sichtbar. Die Wohnungen sind in mehreren Stockwerken erbaut und einzelne Tuffkegel sind mittels Treppen miteinander verbunden. Das Gesamtensemble liegt steil an den Berg angelegt und darf über die äußere Infrastruktur begangen werden. Alte Holzbrücken verbinden bisweilen die Terrassenformationen. Einige ältere öffentliche Gebäude, wie eine Moschee und ein Badehaus sind ebenfalls in die Felsen eingebaut worden. An den wild, provisorisch und oberirdisch verlaufenden Stromleitungen ist ablesbar, dass auch dieses Dorf der archaischen und sehr ursprünglichen Lebensweise entwächst.





Neben und unter den Wohnungen befinden sich in etlichen Höhlen Ställe.



Der Balkon
Der Mann lädt uns auf seinen Balkon ein, seinen Lieblingsplatz.
Der Durchgang zum Balkon.










Rückfahrt nach Tabriz


Den nächsten Tag verbringen wir bis zum Abflug nach Teheran in Tabriz.


Mosalla-Moschee
Die neue Mosalla-Anlage - sie wird für große religiöse Versammlungen und Freitagspredigten benutzt - wird hergerichtet, die Teppiche ausgerollt.
Ali Shah-Festung
Bei der Ali Shah-Festung handelt es sich um Reste der gewaltigen Ali-Shah-Moschee, die um 1320 im Auftrag der ilkhanidischen Wesirs Tajo d-Din Ali Shah fertiggestellt wurde. Mit ursprünglich 65 Metern Länge und einer Gewölbehöhe von etwa 35 Metern war er der größte jemals aus Ziegel errichtete Bogenbau. Da das Gebäude wegen der Beschädigungen durch Erdbeben und Eroberungen seiner Funktion als Moschee nicht mehr gerecht wurde, benützte man es als Festung, und seit Anfang des 20. Jahrhunderts wurde es sich selbst überlassen. Nun ist es in den Mosalla-Komplex mit einbezogen und wird seiner Bedeutung gemäß geschützt.
So war die Moschee einstmals insgesamt mit Fliesen dekoriert.

Das Gemäuer lässt die ursprünglichen Ausmaße der Moschee erahnen.

Karawanenbrücke

Qari-Brücke
Die Saheb ol-Amr-Moschee
Die Sāheb ol-Amr-Moschee, benannt nach dem „versteckten Imam der Zwölferschiiten




Das historische Rathaus
Das nach Plänen deutscher Architekten in den 30er Jahren errichtete Rathaus, in dem die Stadtverwaltung auch heute noch residiert, beherbergt mehrere Ausstellungen zur Stadtgeschichte.
Der Eingang
Die Rückseite
Die allseits gepflegte Heldenverehrung darf nicht fehlen.



Teppichmuseum im Rathaus.
Die Glocke des Rathauses wurde 1941 im 2. Weltkrieg von den Russen beschädigt.
Der Garten des Ost-Azerbaijanischen Museums
In dem Khaqani-Garten neben der Blauen Moschee steht die Statue des um die Wende zum 13. Jahrhundert in Tabriz verstorbenen Dichters Afzaladdin Khaqani.
Der Garten ist in den Nachtstunden ein beliebter Treffpunkt.
Blaue Moschee
Den Namen trägt die Moschee wegen ihres einstigen kobaltblauen Fliesenschmucks, der heute nur noch partiell zu bewundern ist. Sie ist im Iran die einzige vollkommen überdachte Moschee-Anlage, bestehend aus einem überkuppelten Zentralbau mit vier Iwanen, dem sich nach außen drei Seiten Umgänge mit Nebenkuppeln und an der vierten Seite ein kleiner Kuppelbau Richtung Mekka anschließen. Die Moschee wurde durch das letzte große Erdbeben im 18. Jahrhundert stark beschädigt. Die Schäden konnten trotz umfangreicher Renovierungsarbeiten nicht gänzlich beseitigt werden.


Auf welche Weise die Moschee-Außenseiten mit Fayencen und hellbraunen Stuckornamenten dekoriert waren, lässt an einigen Stellen noch erkennen.


Die Moschee heute

Früher war sie - wie auf einem Teil zu sehen - auch außen voll mit Fliesen dekoriert. Das muss man sich mal vorstellen!
Das Eingangsportal
Im Eingangsiwan sind viele der ursprünglichen Fayencemosaiken erhalten geblieben, für deren dunkle Blautöne Kobalt und für die Türkistöne eine Mischung aus Kupfer- und Zinnoxid verwendet wurde. Bei der Herstellung der tiefblauen Fliesen im Inneren wurde auch kostbares Lapislazuli eingesetzt. Gelbe Ornamente bedeckte man mit Blattgold. Die Eingangstür wurde durch eine einzige große Marmorplatte geschlossen.

Das Eingangsportal in der 45 Meter langen Fassade wird durch einen Wulst begrenzt, der aus einer breiteren äußeren und einer schmaleren inneren Borte besteht. Die Wirkung der äußeren Borte wird dadurch betont, dass sie tauartig gewunden ist.

Bruchstücke der früheren Dekoration.
Den Innenraum umgibt ein Sockel von etwa zwei Metern Höhe, der teilweise mit blauen geschnittenen Fliesen verkleidet ist.




Die zentrale Kuppel lagert auf zwölf Pfeilern, die durch die vier Iwane und weitere gestaffelte Bögen verbunden sind. Dies und die offenen Durchgänge und Bogenfenster locken den Innenraum auf und verleihen ihm Helligkeit.
Die große Innenkuppel, die bei dem Erdbeben völlig zerstört wurde, war mit weißen Blumen auf grünem Grund ausgekleidet, der Dekor der kleineren Innenkuppel bestand aus Blumenmustern auf dunkelblauem Fond, umgeben von weißen Sternen auf schwarzem Grund.




Der Portalbogen zum kleineren Kuppelsaal, unter dem sich eine leere Krypta befindet, wird in den Ecken durch Stalaktiten geschmückt.
Die Mosaikfayencen bilden Blumenranken mit Blättern, Knospen und Blüten.
Bürgerhaus - Behnam Haus
Das Gebäude wurde im späteren Teil der Zand-Dynasty (1750–1794) und im frühen Teil der Qadjar- Dynasty (1781–1925) als Wohnhaus errichtet. Während der Regierungszeit von Nasereddin Shah Qajar (1848–1896) wurde dieses Gebäude grundlegend renoviert und mit Ziermalereien geschmückt. Das Haus besteht aus einem Hauptgebäude, das als Wintergebäude bezeichnet wird, und einem kleineren Gebäude, das als Sommergebäude bezeichnet wird. Das Wintergebäude ist eine zweigeschossige symmetrische Konstruktion, die auf einem Keller steht. Wie viele traditionelle Häuser im Iran hat dieses Haus ein inneres (اندرونی, andaruni ) und ein äußeres (بيرونی, biruni)) Hof, wobei der erstere der größere der beiden ist. Im Zuge eines Sanierungsprojekt 2009 wurden einige bisher unbekannte Miniatur-Fresken entdeckt, die von Spezialisten restauriert wurden. Das Behnām-Haus ist Teil der School of Architecture der Tabrizer Kunst-Universität. .


Bürgerhaus - Ordubadi Haus
Das Ordubadi Haus ist eines der Häuser aus der späten Qajar-Zeit, die in den frühen Tagen von Reza Shah erbaut wurden. Das Ordubadi ist das einzige historische Haus in Tabriz, das aus Ziegeln und Stein gebaut wurde und architektonische Bedeutung hat. Dieses Haus war die Botschaft der Russen während des Zweiten Weltkriegs und der russischen Besetzung von Tabriz.





Diese Kriegsszene auf einem Platz mitten in der Stadt!
Zurück im Hotel
„Teppichknüpferin bei der Arbeit“
Warten auf das Taxi zum Flughafen zurück nach Teheran
Flug von Tabriz nach Teheran.


Von Teheran nach Kermanshah
Die Provinzhauptstadt Kermanshah hat etwas mehr als 850.000 Einwohner und liegt auf 1350 m Höhe. Die Stadt war ein bedeutendes Handelszentrum an der Handelsstraße zwischen Hamadan und Ktesiphon. Von den Arabern im Jahre 640 als erste Stadt auf dem iranischen Hochland erobert, von den Mongolen im 13. Jahrhundert zerstört, wurde sie ab dem 17. Jahrhundert stark befestigt. Die Stadt wird von Loren, Persern und mehrheitlich Kurden bewohnt. Die größten Glaubensgemeinschaften bilden die Schiiten. Es gibt aber auch Sunniten, Yarsan (Ahl-e Haqq) und Bahais.
Unser Hotel in Kermanshah
Das Frühstück

Tekiyeh Moaven ol-Molk
Das Takieh Mo´aven ol-Molk ist Irans älteste Hussainia, ein schiitischer Schrein, in dem im islamischen Monat Muharram zum Gedenken an den Märtyrertod des Imam Hossein 680 in Kerbala rituelle Aufführungen stattfinden. Es wurde während der Qajar-Ära erbaut und von Moaven ol-Molk, einer einflussreichen kermanshaher Persönlichkeit um 1910 renoviert und erweitert und ist berühmt für seine exklusiven Kacheln.
Neben dem Fußabdruck von Ali (Hosseins Vater)
finden sich alle möglichen Szenen aus dem Koran, der Schlacht von Kerbala, vorislamische Motive wie Könige aus dem Schahname, europäische Dörfer sowie einheimische Honoratioren bekleidet im Stil des 19. Jahrhunderts.










Fassadenmalerei




Taq-e Bostan
Die wichtigste Sehenswürdigkeit der Stadt bilden die Taq-e-Bostam-Reliefs am nördlichen Stadtrand von Kermanshah, eine sassanidische Anlage bestehend aus Grotten und Reliefs, die bei einem Quellsee angelegt wurden.
Leider können wir nicht näher an die Grotten herankommen und müssen uns mit Teleobjektivaufnahmen zufrieden geben.
Im Inneren der linken Grotte steht unten eine überlebensgroße Wandplastik des sassanidischen Königs Khosrow II (590-628) in voller Rüstung mit angelegter Lanze auf seinem Pferd. Im oberen Teil in der Wölbung des Tonnengewölbes ist die Investitur Khosrows II. mit der Göttin Anahita links und dem Gott Ahuramazda rechts dargestellt.
Die Engländer wollten das Relief abbauen und nach London bringen. Als dies nicht gelang, wurde das Relief bombardiert. Das Pferd verlor ein Bein, der Reiter einen Arm und sein Gesicht. Das Gesicht wurde ohne Gesichtszüge wieder nachgebildet.
Außen oberhalb der Grotte, sind symmetrisch die ersten Engelsfiguren im Iran zu sehen.
Im oberen Teil in der Wölbung des Tonnengewölbes ist die Investitur Khosrows II. mit der Wasser-Göttin Anahita links und dem Gott Ahuramazda rechts dargestellt.
An den Seiten, aus der Entfernung nicht zu sehen, soll links eine Wildschweinjagd mit Treibern auf Elefanten und musizierenden Hofdamen in Booten dargestellt sein und rechts eine Jagd auf Hirsche in einem Waldgelände.
Rechts davon ist die kleinere Grotte mit den Reliefs von König Shapur III. (383 -388) links und dem ihn legitimierenden Großvater, König Shapur II. (309 -379), rechts.

Ein wenig weiter rechts der beiden Grotten wurde ein Relief direkt in die Felswand geschlagen.
Es zeigt die Investitur König Ardeshirs II. (379 – 383), der an den ballförmig gebundenen Haaren zu erkennen ist. Von rechts überreicht ihm Ahuramazda den Ring der Königsmacht, und von links segnet ihn der auf einer Lotusblüte stehende und von einem Strahlenkranz umgebene Mithra mit einem Bündel heiliger Barsomszweige. Unter den Füßen Ardeshirs II. liegt der römische Kaiser Julian II., bei dessen Niederlage nahe Ktesiphon er im Jahre 363 mitgewirkt haben soll.
Außerhalb des Grottenreviers liegen Parks und Freiluftrestaurants.
Etwas weiter unten nehmen wir dann in einem Restaurant das Mittagessen ein, Chicken-Kebab mit Safranreis und gegrillte Aubergine.
Zum Abschluss gibt's Tee.
Nach unserem Essen werden 'Sofas' in den Fluss eingelassen.
Darauf hätten wir uns auch gerne gesetzt. Über dem Bach herrscht nämlich ein angenehm kühles und feuchtes Klima.



Zurück zum Hotel


Auf der Suche nach dem Historischen Haus kommen wir in ein Viertel mit alten engen Gassen.

Das könnte es sein. Aber nichts weist darauf hin!
Oder das? Auch hier keinerlei Hinweis. Versuchen wir es doch einfach.
Wir benutzen den 'Türklopfer für Männer' (er ist größer und dumpfer als der für Frauen). Und nach einiger Zeit macht sich oben im Fenster eine Frau bemerkbar. Wir fragen, ob wir das Haus besichtigen könnten. Natürlich dürfen wir! Sie kommt runter und öffnet uns die Tür.
Der Innenhof
Der Eingang zur Wohnung - die Schuhe bitte ausziehen.
Das Wohnzimmer.

Der Salon.
Das Schlafzimmer.
Die Hausgemeinschaft, die uns abschließend auch noch zum Essen einlädt, nachdem sie ein kleines Entgelt von uns abgelehnt hat. Wir haben heute jedoch noch einiges vor.
Stadtzentrum











Die neueste Requisite für unser hiesiges Theaterstück.



Unterhaltung auf Italienisch - wie schön, diese Sprache im Iran zu hören.
Die Ergänzung zum Stehklo...

Der Tarikeh-Basar ist spektakulär und attraktiv wie jeder andere traditionelle Basar im Iran. Er ist der alte traditionelle Basar von Kermanshah und einer der längsten und schönsten überdachten Basare im Iran. Er hat viele Durchgänge und bietet eine große Auswahl an Waren und Souvenirs aus der Region Kermanshah, darunter schöne Kleidung, traditionelle Süßigkeiten und Köstlichkeiten lokale Kleidung für Lederwaren, Kupfer und Gold. Was jedoch im Hintergrund all dieser produktiven, sozialen, kommerziellen und wirtschaftlichen Aktivitäten auffällt, ist die traditionelle Architektur, die schöne viereckige Kreuzungen, Durchgänge und Eingänge enthält und sich somit der reichen iranischen Kultur rühmt.



Der Metzger

Der Park

Blick vom Park auf die Stadt.

Die Fliesen am Eingang, die Visitenkarte des Antiquitätenladens.
Bisotun
Rund 30 Kilometer östlich von Kermanshah ragt aus der 1300 Meter hohen Ebene der schroff abfallende Felsen von Bisotun bis zu einer Höhe von über 2600 Metern empor. Sein altpersischer Name Bagastana bedeutet 'Ort der Götter'. Er befindet sich an der ehemaligen Handelsstraße von Baghdad nach Hamadan (Ekbatana), der ältesten asiatischen Handels- und Verkehrsstraße.
Herkules-Figur
Vom Parkplatz kommend führt rechts ein Weg hoch in die Felswand. Wir kommen als erstes an eine vollplastische Herkules-Figur, die auf einem herabhängenden Löwenfell mit einem Becher in der Hand lagert. Sie stammt aus der Zeit der Seleukiden.
Links vom Weg sieht man den großen Sarab-Quellsee.
Parthische Felsreliefs
Als nächstes folgen zwei parthische Reliefs - das Mithridates-Relief und das Gotarzes II- Relief mit einem mihrabähnlichen Mittelteil.

Der Mittelteil des linken Mithridates-Reliefs wurde durch die Einfügung eines Waqf, eine Stiftungsinschrift von Shaikh ʿAlī Khan Zangana, im 17. Jahrhundert ausgelöscht. Von dem ursprünglichen Relief sind links und rechts von dem Mihrab noch Teile mit ziemlich verwitterten Figuren zu sehen.
Da das ursprüngliche Relief vorher gezeichnet worden war, weiß man zumindest, wie es ausgesehen hat. Dort stand der parthische König Mithridates II. vor vier Satrapen, die ihm huldigten. Die dritte Person in der Reihe trägt die Nike und die Person vor ihr scheint ein Gefäß hoch zu halten.

Die Stiftungsinschrift weist Einschusslöcher auf, die von alliierten Soldaten stammen, die das Denkmal im Zweiten Weltkrieg und während der anglo-sowjetischen Invasion für Schießübungen benutzten.
Gotarzes II.- Relief
Das rechte Relief wurde unmittelbar rechts vom ersten in den Felsen gehauen und ist ebenfalls stark verwittert. Auf ihm sind mit Müh und Not zwei Lanzenreiter in einem Ritterkampf zu sehen. Darüber schwebt die griechische Siegesgöttin Nike mit einem Diadem. Die griechische Inschrift bezieht sich auf Parther Geopothros, möglicherweise den König Gotarzes II. Es könnte sich um den Ritterkampf zwischen dem siegreichen parthischen König Gotarzes II. (40 -51 n. Chr.) und dem Gegenkönig Meherdates handeln.
Darius-Relief
Das bedeutendste Relief der achämenidischen Zeit, das Darius-Relief, ließ König Darius I. um 520 v. Chr. hier anbringen. Es befindet sich links von den parthischen Felsbildern in 70 bis 80 Metern Höhe über der Ebene.
Den Blick auf das Relief behindert ein Baugerüst.
Im Kiosk am Eingang befinden sich Fotos des Reliefs.
In einer Inschrift in drei verschiedenen Keilschriftsprachen - Altpersisch, Elamisch und Babylonisch - lässt Darius seine Version seines Aufstiegs verbreiten, die allerdings recht zweifelhaft ist. Er legitimiert sich als Nachfahre von Achämenes und damit rechtmäßiger Thronfolger des Reichsgründers Kyros II. Als Verwandter seiner Vorgänger Kyros II. und Kambyses II. habe er sich gegen den Mager Gaumata, der sich als Bruder des Kambyses ausgegeben habe, erhoben; nach der Tötung Gaumatas sei er als Verwandter des Achämeniden und Reichsgründers der und habe sich gegen eine Reihe von „Lügenkönigen“ durchgesetzt. Er zählt die dreiundzwanzig damals zum Persischen Reich gehörenden Länder auf, darunter Ägypten, Babylonien, Assyrien, Ionien, Armenien, Baktrien, Choresmien und Gebiete bis zum heutigen Pakistan. Die Inschrift in den drei Sprachen trug maßgeblich zur Entschlüsselung der assyrischen und elamischen Keilschrift bei.
In dem Felsbild ist König Darius I. mit zwei hinter ihm stehenden Leibgardisten abgebildet. Als Zeichen des Königtums hält er in der linken Hand einen Bogen. Seine rechte Hand hebt er hinauf zu dem geflügelten Fravahar, seinem Schutzgeist, der den Ring der Königswürde hält. Sei linker Fuß steht auf der Brust seines auf dem Boden liegenden Hauptgegners Gaumata. Vor ihm sind neun Gefangene aufgereiht, die durch ein Seil aneinander gefesselt sind. Die letzte Person in der Schlange, die einen traditionellen skytischen Hut und eine Tracht trägt, wird als Skunkha vom Stamm der Saka identifiziert. 519 v. Chr. . Sein Relief wurde hinzugefügt, nachdem der neuelamischen Text bereits eingemeißelt worden war. Er musste deshalb komplett in den ersten drei Textfeldern links unterhalb des Bildes wiederholt werden.
Der Parther-Stein
Etwas östlich vom Gotarzes-Relief befindet ein etwa 2½ Meter hoher freistehender Felsen mit Abbildungen auf seinen drei Seiten. Auf der einen ist ein Partherkönig bei einem Opferritual vor einem Altar abgebildet. Er trägt eine Halskette und einen Gürtel um die Taille, ein einfaches Tuch mit einem losen Rock und die für Könige damals übliche Haube. Der Altar trägt eine neunzeilige Inschrift.
„Vologases, König der Könige, Sohn von Vologases, König der Könige, Enkel von ...“
Das Ende des Textes ist undeutlich und es bleibt unklar, um welchen Vologases es sich handelt, da es bis zum dritten Jahrhundert sechs Parthische Könige mit Namen Vologases gab.
Auf den beiden anderen Seiten sind parthische Würdenträger abgebildet. Kleidung und Stil sind ähnlich.
Der Farhad Tarosh
400 Meter weiter gelangt man zu der 200 Meter langen und etwa 30 Meter hohen geglätteten unspektakulären Felsabarbeitung (Farhad Tarosh). Vor dieser befindet sich eine terrassenartige Aufschüttung fast gleicher Länge, wofür der größte Teil des abgearbeiteten Steinmaterials von ungefähr 40 000 Kubikmetern verwendet wurde. Vermutlich war die Fläche für ein weiteres Kolossalrelief bestimmt.
Der 'Farhad Tarosh'- Legende nach, über die der persische Dichter und Schriftsteller Ferdowsi in seinem 'Shahnameh' (Buch der Könige 1000 n.Chr.) schreibt, soll der in die sassanidische Königin Shirin verliebte Farhad im Exil als Strafe die Aufgabe erhalten haben, den Berg zu zerschneiden, um Wasser zu finden. Wenn er Erfolg haben würde, würde er als Belohnung die Erlaubnis erhalten, Shirin zu heiraten. Nach vielen Jahren und der Entfernung des halben Berges fand er Wasser erhielt aber von König Khosrow die Nachricht, Shirin sei gestorben. Farhad wurde verrückt, warf seine Axt den Hügel hinunter, küsste den Boden und starb. Seine Axt war aus einem Granatapfelbaum gemacht worden und wo er die Axt hingeworfen hatte, soll ein Granatapfelbaum mit Früchten gewachsen sein, der Liebeskranke heilt. Shirin war der Geschichte zufolge jedoch nicht tot und trauerte Farhad nach.
Nach einer anderen Version verliebten sich der sassanidische König und der arme Farhad in die schöne Shirin. Der König versprach Farhad ihm Shirin zu überlassen, wenn er dafür den Felsen verschönert. Als Farhad damit fertig war, wurde ihm berichtet, dass Shirin bereits den König geheiratet habe. Farhad brachte sich daraufhin um. Dies war jedoch eine Finte; Shirin hatte den König nicht geheiratet und trauerte ihrem Farhad nach. Eine tragisch, romantische Geschichte á la Romeo und Julia.
Von der Felswand aus bietet sich ein wunderschöner Blick auf die Ebene.
Der Sarab-Quellsee am Bisotun.
Der Eingang zur Anlage.
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Ali-Sadr-Höhle (Ghar-e Ali Sadr)
Die Höhlen sind etwa 100 km nördlich von Hamadan im Westen des Iran. Sie wurden erst vor 40 Jahren von einem Schäfer entdeckt, der auf der Suche nach einer verschwundenen Ziege war. Sie bergen mehrere große, tiefe Seen. In dem klaren Wasser gibt es keine Lebewesen, in der Höhle treiben sich nicht einmal Fledermäuse hier herum, und es gibt keinerlei Hinweise auf irgendwelche Bewohner in früherer Zeit. Die Höhle befindet sich in einem Berg, dessen Felsen zur zweiten geologischen Periode gehören, d.h. dem Jura (vor 190 bis 196 Mio Jahren). Sie wurde 1975 der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Das Wasser ist farb- und geruchlos und hat einen natürlichen Geschmack. Der PH-Wert ist nahezu neutral. Die Wassertiefe variiert von einem halben Meter bis zu 14 Metern.
Der Andrang zur Höhle ist riesig. Sie ist ein beliebtes einheimisches Touristenziel. Es gibt einen großen Kinderspielplatz, Picknick- und Zeltplätze. Auch ein Hotel ist vorhanden.

Vor dem Kassenhäuschen steht eine Schlange, in der wir gut anderthalb Stunden stehen müssen.
Und weiter heißt es warten.


Sicherheitsweste muss sein!

Wieder ein Stück weiter - warten, nun aber in der Höhle.
Die Wartezeit überbrückt ein Mandolinenspieler, der die Besucher zum Mitklatschen bringt.
Dann geht es los.
Die Ali-Sadr-Höhle ist von Wasserläufen durchzogen. Tretboote ziehen mehrere Bötchen hinter sich her.
Sie weist mehrere kleinere Seen und einige große Hallen auf. Eine davon misst über 100 mal 75 Meter bei 20 Metern Höhe und enthält einen großen Stalagmiten.
An den Höhlenwänden und -decken begleiten Kristall- und Tropfsteingebilde die mehrere Kilometer langen Passagen

Hamadan
Hamadan hat 530.000 Einwohner und liegt auf 1820 m Höhe am Abhang des bis zu 3580 m hohen Alvand-Gebirges. Sie war die Hauptstadt des Reichs der Meder (715 – 550 v.Chr.), damals Hagmatana (griechisch: Ekbatana) genannt. Im Jahre 330 v.Chr. wurde sie von Alexander dem Großen eingenommen, der sich Ekbatana als Sommerresidenz nahm. Ab dem ersten Jahrhundert v.Chr. war Hamadan einer der persischen Hauptorte an der Seidenstraße, die von China kommend von hier aus weiter über Kermanshah nach Ktesiphon beim heutigen Bagdad führte.
Baba-Taher-Mausoleum
Das Grabmal des Mystikers und Sufi-Poeten Baba Taher, der 1019 starb. Er war einer der großen Gnostiker der Ahl-e Haq-Sekte (Derwisch oder Anhänger der Wahrheit) und gehört zu den bedeutendsten frühen Dichtern Irans. Seine Gedichte eignen sich gut, um sie zu klassischer persischer Musik vorzutragen. Das Mausoleum liegt in einem großen Parkareal.
Die Parks rundherum sind bevölkert. Die Menschen picknicken, spielen, trinken Tee und rauchen die Wasserpfeife.

Alavian Grabbau
Der viereckige Grabbau (Gonbad-e-Alavian) stammt aus spät-seldschukischer bis ilkhanidischer Zeit des 12. bis Anfang des 14. Jahrhunderts. Vom Wandschmuck her ist er der künstlerisch bedeutsamste mittelalterliche Bau Hamadans. Zu dem Flechtwerk im Bogenfeld der Eingangsseite (überwiegend aus Backsteinen) kommen gut erhaltene, florale Stuckwerkverzierungen um die Pforte hinzu, die sich im Innenraum an den Wänden und im Mihrab fortsetzen.


Zu den Grabstätten der Alavi-Familie in der Krypta führt eine Treppe hinab.

Ganj-Nameh
Gandj-Nameh (Schatzbrief) trägt eine Keilinschrift in Altpersisch, Neuelamisch und Neubabylonisch. Vor Entzifferung der Inschriften vermuteten die Leute, dass diese den Ort eines großen Schatzes angaben und gaben diesen daher ihren noch heutigen Namen.
In einem Talausläufer des Alavand-Gebirges, etwa 5 km von der Stadtmitte von Hamadan entfernt, befindet sich auf knapp 2000 Metern Höhe in dem abschließenden Talkessel eines Talausläufers ein Wasserfall, ein beliebtes Ausflugsziel für die Einheimischen.






Auf den Berggipfel führt eine Seilbahn.
Südöstlich davon sind in die Felswand zwei Keilschrifttafeln gemeißelt, die wegen des jahrhundertelang unverständlichen Inhalts dem Tal den Namen 'Ganj Nameh' oder 'Schatzinsel' gaben. Die Achemenidischen Könige Darius I. und Xerxes I. ließen die Felsinschriften zwischen 521 und 465 v.Chr. anbringen.
Die Inschriften sind in jeweils drei Blöcke aufgeteilt. Links werden altpersische, in der Mitte neuelamische und rechts neubabylonische Zeichen verwendet. Die linken Textversionen sind am längsten, da es sich beim Altpersischen um eine Buchstabenschrift und bei den beiden anderen um Silbenschriften handelt.
Die Übersetzung der rechten Inschrift von König Xerxes I. (489 - 465 v.Chr.) beginnt mit: „Ein großer Gott ist Ahuramazda, der größte der Götter, der diese Erde geschaffen hat, der den Menschen geschaffen hat, der die Freude für den Menschen geschaffen hat, der Xerxes zum König gemacht hat“. Etwas später betont Xerxes, dass er der König der Könige, Herrscher über viele Länder und Sohn des Darius ist.
Die linke etwas höher angebrachte Inschrift stammt von König Darius (522 - 489 v. Chr.). Sie ist entsprechend aufgebaut mit dem Hinweis, dass sein Vater Hystaspes war. In der Inschrift fehlt allerdings hinter Ahuramazda der Zusatz, 'der größte der Götter'. Dies ist dahin ausgelegt worden, dass Xerxes anderen Gottheiten hat mehr Anerkennung zukommen lassen.
šir-e sangi (Der steinerne Löwe)
Der steinerne Löwe von Hamadan stand neben einem Gegenstück am alten Stadttor von Hamadan. Sie wurden auf Befehl von Alexander dem Großen zum Gedenken an den Tod seines engen Gefährten Hephaestion im Jahr 324 v.Chr. errichtet. Es handelt sich um eine hellenistische Skulptur, die dem Löwendenkmal von Chaeronea (338 v.Chr. errichtet) vergleichbar ist
In Hamadan steht heute noch eine Löwenstatue, welche aufgrund stilistischer Parallelen in Griechenland (Löwe von Chaironeia, kurz nach 336 v.Chr. errichtet) in hellenistische Zeit datiert werden kann. Unklar ist der Anlass für die Errichtung der Statue. Zum Teil wird die Auffassung vertreten, dass der Löwe von Alexander dem Großen zum Gedenken an seinen Freund Hephaistion errichtet wurde, der 324 v.Chr. bei der Siegesfeier in Ekbatana gestorben ist (in Babylon bestattet). Weil jedoch arabische Quellen ein Löwentor (bab ul-asad) in Hamadan erwähnen, wäre es auch möglich, dass der Löwe ehemals einen Gegenpart hatte und als Wächterfigur eines solchen Tores diente. Die Tore wurden 931 n.Chr. abgerissen. Dabei wurde ein Löwe völlig zerstört. Der zweite erlitt leichtere Beschädigungen als er vom Sockel gerissen wurde und blieb so auf der Seite liegen, bis er 1949 restauriert und wieder aufgestellt wurde. Angeblich soll diese Statue von den Frauen des Ortes als Fruchtbarkeitssymbol betrachtet und verehrt werden.

Avicenna-Mausoleum
Das auf dem Meydan-e Abu Ali stehende Mausoleum des Avicenna (Aramgah-e Abu Ali Sina) wurde in den 1940er Jahren nach den Plänen des Architekten Hushang Seyhun erbaut. Die Form ist dem ältesten Grabturm Irans in Gobad-e Gabus nachempfunden, wo sich Avicenna zeitweilig aufgehalten hat.
Das Leben des Avicenna ist in dem Roman von Gilbert Sinoué 'Die Straße nach Isfahan' geschildert. Ein sehr spannendes, interessantes Buch. Im Jahre 1037 starb der Arzt, Philosoph und Mathematiker Abu Ali Sina in Hamadan. Er war ein Universalwissenschaftler, Dichter und Philosoph. Zu seinen Studienfächern zählten Mathematik, Algebra, Geometrie, Sprachwissenschaften, Medizin, Theologie und Philosophie. In Europa gehörte seine medizinische Enzyklopädie mehrere hundert Jahre lang zu den Standardwerken an den Universitäten.
Das Grabmal
Es gibt auch ein kleines Museum, in dem einige seiner Werke ausgestellt sind und seine Erkenntnisse auf dem Gebiet der Heilpflanzen dargestellt werden.



Laut Information am Eingang gibt es keinen Plan auf Englisch, wohl aber einen Guide, der gerade dazu kommt. Prima, denn die Anmerkungen des Museums zu den Ausstellungsstücken sind alle auf Farsi.
Auf den Bildern sind Geschichten aus dem Leben von Avicenna wiedergegeben, so die Geschichte eines jungen Verwandten des Herrschers von Gorgan, der bettlägerig war und dessen Leiden die örtlichen Ärzte verwirrte. Das Land befürchtete das Schlimmste und der König entsann sich Avicennas. Dieser setzte sich zu dem Prinzen auf das Bett, hielt seine Hand und fühlte seinen Puls, während er sich mit ihm unterhielt. Als der Prinz die Adresse und den Namen einer Frau nannte, bemerkte Avicenna ein Flattern im Puls des Jünglings. Avicenna diagnostizierte die Krankheit: der Prinz war liebeskrank. Sein Heilmittel: der Kranke sollte mit seiner Geliebten vereint werden.
Unser netter Führer durch das Museum - die Führung dauerte etwa eine Stunde. Eine kleine Anerkennung unsererseits lehnte er ab und bedankte sich bei uns für den Besuch des Museums.

In dem schön angelegten Park nebenan
steht eine überlebensgroße Statue von Avicenna.
Hegmataneh-Siedlungshügel
Hamadan, das in der Antike Ekbatana hieß, war eine der bedeutsamsten Städte der Antike. Der medische König Deiokes ließ 728 v. Chr. hier einen Palast befestigen, um den sich herum im Lauf der folgenden Jahrzehnte die medische Hauptstadt Ekbatana zu einer reichen Stadt entwickelte. Herodot bezeichnete sie im 4. Jahrhundert v. Chr. als Agbatana/Ekbatana (Ort der Versammlung) und beschreibt, dass sie an einem Hügel lag und von sieben Mauerringen eingefasst war. Die beiden inneren waren mit Gold und Silber beschichtet, der äußere so lang wie die Mauern von Athen. Die Wehrgänge der inneren Mauern überragten die äußeren und waren bemalt. 550 v.Chr. war sie an die achämenidischen Perser gefallen und König Kyros nutzte die Stadt als Sommerresidenz. 521 v. Chr. nahmen die Meder die Stadt wieder ein, wurden aber bereits nach einem Jahr von Darius wieder vertrieben. Die Stadt wurde bisher auf dem Hegmatana-Hügel vermutet, doch gehen die Bebauungsschichten dort nur bis ins parthisch-seleukidische Zeit zurück. Zu der Stadt gehören weitere, nicht erforschte Hügel. Kleine Teile der alten medischen und der achämenidischen Stadt sind ausgegraben. Gegen den Verfall sind die Ausgrabungen durch Blechdächer geschützt.
Von einer Gold-und Silberbeschichtung der alten Mauern ist natürlich nichts mehr zu sehen und man kann sich schlecht vorstellen, dass die Überreste einst zu einer der bedeutsamsten Städte der Welt gehört haben soll.
Die gespannten Seile zeigen die einzelnen Quadranten, die die Archäologen bei der Ausgrabung zur Dokumentation benötigen.
Der Eingang zu dem etwa 850 × 450 m großen Arial befindet sich am Nordende. Hier wurden Straßen- und Mauerreste der parthischen Stadtanlage ausgegraben.
Ein tiefes Loch zeugt von einer französischen Ausgrabung.
Teile der bei den Ausgrabungen gefundenen Schätze sind in dem neben an befindlichen Museum untergebracht, große Amphoren, seldschukische Brunnen, achämenidische Pfeilersockel, parthische Sarkophage und Keramiken aus achämenidischer Manager, medischer und vorgeschichtlicher Zeit.

Mausoleum für Esther und Mordechai
In dem Mausoleum sollen die Achämeniden-Königin Esther und Frau von Xerxes I. und ihr Cousin und Adoptivvater Mordechai begraben sein. Es ist die wichtigste Pilgerstätte der iranischen Juden. Im Iran leben derzeit noch etwa 25.000 Juden. Viele von ihnen kommen an Purim nach Hamadan, um der Errettung der persischen Juden durch Königin Esther im 5. Jahrhundert v.Chr. zu gedenken. Sie hatte ihren Mann durch Fasten und Beten von seinem Plan abgebracht, alle Juden ermorden zu lassen. Das Grab ist 500 Jahre alt.
Qorban-Grabturm
Der Borj-e-Qorban ist ein zwölfseitiger Turm aus dem 13. Jahrhundert. In ihm wird des theologischen Gelehrten Sheikh ol-Islam Hafez Abdol Ala Hamedani gedacht, der im 11. Jahrhundert lebte.

Im Innern befindet sich sein Grabstein aus der Safawidenzeit.
Die Rückreise nach Teheran steht bevor. Das Warten auf das Snapp-Taxi dauert eine Weile.
Alldieweil werden wir vom Hintergrund aus beschallt. Ununterbrochen preist der Straßenhändler seine Ware an mit so etwas wie 'Abakadabra, Abakadabra, Abakadabra...'
Der Busbahnhof
Wir haben noch ein bisschen Zeit.

Der sehr bequeme VIP-Bus ist gut geeignet für Überlandfahrten.

Im Juni brechen wir auf zu einer Tour nach Nordwesten. Zunächst fliegen wir nach Tabriz.

Vom Flughafen in Tabriz geht es mit einem Fahrer über Jolfa zum Kloster St. Stephanos, 150 km nordwestlich von Tabriz. Nach einer kleinen Pause in einer ehemaligen Karavanserei fahren wir durch Jolfa und folgen dem Aras-Flusstal an der armenischen und aserbaidschanischen Grenze entlang.


Reiterstatue von Kuchak Mirza Khan am Abbas Mirza Square in Jolfa


Am Weg zum Kloster am Aras-Fluss entlang liegt auf einer Anhöhe eine kleine Hirtenkapelle aus dem 14. Jahrhundert.

Den Schlüssel für die Kapelle hat ein altes Männlein, das neben der Tür sitzt und Wache schiebt. Es schließt uns die Kapelle auf.



Von der Terrasse der Kapelle aus kann man über den Fluss auf das andere Ufer sehen.
Bis 2005 befand sich dort der alte Friedhof von Jolfa mit hunderten rötlichen und ockerfarbenen Khatchkar-Grabstelen aus dem 9. bis 16. Jahrhundert, die teilweise zwei Meter hoch und mit christlichen Symbolen, floralen Motiven und Szenen des täglichen Lebens verziert waren. Heute befindet sich dort ein Truppenübungsplatz der aserbaidschanischen Armee. Um 'Platz' dafür zu schaffen, wurden die Grabstelen beseitigt und zerstört und teilweise in den Fluss geworfen.



Nach weiteren 15 km sind wir am Ziel. Die Temperaturen liegen bei 30° C.
Kloster St. Stephanos
Das Kloster wurde im 9. Jahrhundert in einer tiefen Schlucht in der Nähe des Flusses Aras erbaut, der heute die Grenze zu Aserbaidschan darstellt. Die Klosterkirche geht auf das 13. Jahrhundert zurück.
Das Kloster ist zwar dem Heiligen Stephanos geweiht, wurde aber der Legende nach bereits vom Apostel Bartholomäus gegründet. Es ist an der Stelle erbaut worden, an welcher der Apostel Judas Thaddäus seinen Märtyrertod gefunden haben soll. 2008 wurde es zur UNESCO-Weltkulturerbestätte erklärt, nicht nur wegen der herausragenden Architektur, sondern auch aufgrund der Wallfahrt, die dorthin schon seit den fünfziger Jahren jedes Jahr im Sommer stattfindet. Tausende von Armeniern, sowohl aus der Region als auch aus dem Nachbarland Armenien und der ganzen Welt, kommen am Tag des Hl. Thaddäus dort zusammen, campieren in den Hügeln rund um das Kloster, feiern Gottesdienste, machen davor und danach aber auch ausgiebig das, was Armenier besonders gut können: grillen, musizieren, singen und tanzen - übrigens die Frauen allesamt ohne Kopftuch. Auch deshalb ist es in dieser Zeit den muslimischen Iranern verboten, sich dem Gelände zu nähern, nur Armenier und andere christliche Besucher sind erlaubt.

Entlang der Wehrmauer mit Türmen und Bastionen gelangen wir an das Tor.

Der Eingang im Mittelteil der westlichen Wehrmauer.



Widderköpfe in den Falten am Rand des Zeltdachs

Die Wehrmauer

Von der Anhöhe ein Blick auf die Anlage

Der Eingang zur Kirche mit Dekorationen aus Flechtbändern, Kreuz- und Heiligenreliefs



Der Märtyrertod des Apostels Judas Thaddäus

Die Empfängnis Mariens

Maria und das Jesuskind. Auffallend ist, dass Maria und Jesus nach islamischer Art ohne Gesicht dargestellt werden. Möglicherweise ist dies erst in einer anderen Epoche geglättet worden.

Der Eingang zur Kirche.

Die Tür

Der Altarraum wird restauriert.


Die Kuppel

Der Klostergarten mit dem Glockenturm und dem Pyramidendach im Hintergrund.

Die Mönchszellen.


Das Museum



Der Klosterteich


Auf der Rückfahrt nach Tabriz bringt uns der Fahrer zu einem Restaurant, das trotz Ramadan geöffnet ist. Es gehört einem Türken. In der Gegend wird der Dialekt Azeri gesprochen mit türkischem Einschlag.

Tabriz

Unser Hotel in Tabriz


Der Fernseher läuft, eine Koranlesung. Wir suchen vergeblich nach dem Ausschaltknopf und den Stecker und finden endlich die Fernbedienung.

Nachdem wir uns frisch gemacht und eingerichtet haben, machen wir uns auf dem Weg, die Stadt zu erkunden.
Das Verfassungshaus
In diesem von außen unscheinbaren qajarischen Bürgerhaus trafen sich die Anhänger der konstitutionellen Revolution (1905 – 1911).

Dahinter verbirgt sich ein kleiner Garten und ein repräsentatives Gebäude im qajarischen Stil, das Verfassungshaus - heute ein Museum.



Die Konstitutionelle Revolution im Iran war eine von westlich orientierten Kaufleuten, Handwerkern, Aristokraten und einigen Geistlichen getragene liberale Revolution mit dem Ziel, die absolute Monarchie durch ein parlamentarisches Regierungssystem abzulösen und eine moderne Rechtsordnung einzuführen. Nach Protesten und Streiks in Teheran kündigte der Monarch Mozaffar ad-Din am 5. August 1906 Wahlen zu einem Parlament an. Dieses trat am 6. Oktober 1906 erstmals zusammen und verabschiedete eine Verfassung mit bürgerlichen Grundrechten. Mit der Verfassung wurde im Iran die konstitutionelle Monarchie eingeführt. Die Einführung umfassender bürgerlicher Freiheitsrechte, die auch die Religionsfreiheit und damit die Trennung von Staat und Religion eingeschlossen hätte, konnte nicht erreicht werden. Am 7. Oktober 1907 wurde vom Parlament als Kompromiss eine Ergänzung zur Verfassung verabschiedet, die den schiitischen Islam als offizielle Religion des Iran festschrieb und festlegte, dass der Schah schiitischer Muslim sein muss, für den Islam eintreten muss und ein Gremium aus mindestens fünf Geistlichen vom Parlament eingesetzt werden muss, das alle Gesetzesvorlagen des Parlaments auf die Übereinstimmung mit den islamischen Rechtsgrundsätzen überprüft; andernfalls kann das Gesetz nicht verabschiedet werden. Damit hatte die Geistlichkeit ein verfassungsmäßiges Vetorecht zugestanden bekommen. Gemäß einem Verfassungszusatz konnte diese Vorschrift weder abgeändert noch abgeschafft werden, was das Veto-Recht konstitutionalisierte. Bis zum Erscheinen des verborgenen Imams sollte es in Kraft bleiben. Dieser Grundkonflikt zwischen Bürgertum und Geistlichkeit besteht heute noch. Die islamische Revolution des Jahres 1979 - die Schaffung einer islamischen Republik Iran - war die Fortführung eines Konflikts, der mit den politischen Auseinandersetzungen der Konstitutionellen Revolution im Jahre 1905 begonnen hatte.
Als das Parlament das Budget für den Hof wegen der Knappheit der verfügbaren finanziellen Mittel kürzte, ließ es Mohammad Ali Schah kurzerhand schließen. Seine Truppen belagerten Täbris ab Juni 1908, konnten aber Dank des von Sattar Khan organisierten Widerstandes die Stadt nicht einnehmen. Die Stadt konnte erst nach Eingreifen russischer Truppen, die in den Norden einmarschiert waren, nach elf Monaten eingenommen werden.
Nach der Weigerung des Führers der Provinzial Association Head of Azarbaydjan, Seggat-al-Islam, anzuerkennen, dass die Tabrizer den Krieg begonnen hätten, wurden er sowie weitere Personen, von denen die Russen befürchteten, dass sie ihnen gefährlich werden konnten, verhaftet, in Ketten vorgeführt und zur Abschreckung aufgehängt.


Am Ende siegten die Truppen der Freiheitskämpfer aus dem Norden und Süden des Iran und Mohammad Ali Schah musste im Juli 1909 ins russische Exil nach Odessa flüchten. Auf Einladung des Parlaments zog Sattar Khan am 3. April 1910 mit 300 Kämpfern von Täbris nach Teheran und wurde dort von der Bevölkerung als Retter des Vaterlandes gefeiert.
„Kämpfer im Schlachtfeld“

Frauenrechtlerin Zeynab Pasha

Zeynab Pasha lebte während der Qajar-Dynastie im späten 19. Jahrhundert. Sie lehnte es ab, ihr Gesicht mit einem Schleier verhüllen, wie es in dieser Zeit weit verbreitet war. Sie kämpfte gegen das Feudalsystem und die Unterdrückung der Frauen. So kämpfte sie gegen die dem Briten Talbot erteilte Tabakkonzession, die allein der Aufbesserung der königlichen Haushaltskasse diente und zur Ausbeutung der iranischen Tabakbauern führte und gegen die grassierende Hungersnot, deren Ursachen darin bestand, dass der König Weizenhändlern die Erlaubnis erteilt hatte, den Weizen zu beliebigen Zeiten zu veräußern, was dazu führte, dass die Händler den Weizen im Sommer billig aufkauften, ihn in Lagerhäusern einlagerten, um ihn dann in Zeiten des Mangels zu überteuerten Preisen verkaufen, die sich die arme Bevölkerung nicht leisten konnte. Sie überfiel mit vierzig Frauen ein Weizenlager. Als Zeichen für den Angriff ihrer Truppen benutzte sie einen Schleier als Flagge. Den Weizen teilte sie anschließend unter der bedürftigen Bevölkerung auf. Mit feurigen Reden unterstützte sie die konstitutionelle Revolution und rief die Männer zum Aufstand auf. Wenn sie es nicht wagten, die Unterdrückung zu bekämpfen und sie Angst hätten, gegen Diebe und Plünderer zu kämpfen, die ihren Reichtum, ihre Ehre und ihre Heimat stehlen, dann sollten sie den Frauenschleier nehmen und zu Hause bleiben. Sie beendete die Rede mit den Worten: Rede nicht über Männer und Tapferkeit! Dann warf sie einen Schleier in die Menge und verließ die Versammlung.
Hojatol-eslam-Moschee
Nicht weit vom Verfassungshaus entfernt liegt der Basar, auch UNESCO-Weltkulturerbe. Durch das attraktive Eingangsportal mit den beiden Minaretten aus dem 19. Jahrhundert gelangen wir in den Innenhof eines Moscheekomplexes.


Die Wintergebetshalle der Jame-Moschee, die auf eine seldschukische Gründung des 11. Jahrhunderts zurückgeht.

Ihr gegenüber befindet sich die aus dem 17. Jahrhundert stammende Talebiyeh-Madrese, vor der eine kleine Gruppe Schüler mit ihrem Lehrer auf dem Rasen sitzt. Daran schließt sich eine weitere Madrese an, die Sadeqiyeh-Madrese.

Durch das gegenüberliegende Portal gelangen wir in den Basar.

Der Bazar von Tabriz war eine der wichtigsten Stationen auf der historischen Seidenstraße. Der Basar erlebte eine erste Blütezeit im 13. Jahrhundert, als Täbris Hauptstadt des Safawidenreichs war. Auch als Täbris im 16. Jahrhundert den Status als Hauptstadt verlor, blieb die Stadt, und damit auch ihr Basar, doch bis Ende des 18. Jahrhunderts ein wirtschaftliches Zentrum. Der Basar im engeren Sinne besteht aus miteinander verbundenen Bauten aus Ziegelmauerwerk, die unterschiedlichen Zwecken dienten. Er ist nicht nur ein Ort des Warenaustauschs, sondern auch des sozialen Lebens. Hier gab es Schulen und religiöse Einrichtungen. Es gibt im Historischen Basar von Täbris 28 Moscheen, fünf Schulen, drei Bibliotheken, fünf Hammams, eine Eiskammer und ein Gymnasium. Für solch einen Basar bräuchte man eigentlich eine spezielle Führung. Bei den diversen Quergassen und dem vielfältigen Angebot verliert man leicht die Übersicht. Hier eine kurze Beschreibung der Infrastruktur:
Ein Bazar ist nämlich nicht nur so etwas wie ein überdachter Wochenmarkt. Er besteht aus mehreren Sub-Basaren wie Amir-Basar (für Gold und Schmuck), Mozzafarieh (ein Teppichbasar, sortiert nach Knotengröße und -typ), Schuhbasar und viele andere für verschiedene Waren wie Haushaltsgegenstände. Der Basar besteht nicht nur aus einer Straße. Er hat mehrere mehrere Parallelstraßen. Diese werden als rasta bezeichnet. An einer geraden, oft überdachten Straße reihen sich beiderseits die einzelnen Geschäfte. In Täbriz verlaufen die wichtigsten Basarstraßen parallel in Nord-Süd-Richtung und sind durch Querstraßen in West-Ost-Richtung miteinander verbunden. Zwischen diesen parallelen Querstraßen gibt es überdachte Verbindungen, die man als chārsug betezeichnet. In Tabriz gibt es vier dieser überwölbten Straßen, von denen zwei bemerkenswert sind: Sādiqiyya und Butchular chārsug. Überdachte Verbindungsgassen werden als dālān bezeichnet; auch in diesen Gassen findet Handel statt. In Tabriz gibt es 21 dālāns.
Die beiden wichtigsten sind die Gāni dālān und Khān dālān.
Neben diesen Straßen gibt es die Innenhöfe, die von ein- oder zweistöckigen Gebäuden gerahmt sind, die aus Reihen von separaten Räumen bestehen. Diese werden als Saras bezeichnet. Hier konnten Waren gelagert werden; die Anlage eignete sich jedoch auch für Wohnzwecke. Wegen der vielen sozialen Aufgaben, die sārās erfüllten, waren sie besonders sorgfältig gestaltet. Von den 26 Saras, die in Täbris noch erhalten sind, sind unter architektonischem Gesichtspunkt die Mirzā-Jalil, Jafariya und Amir Sarāyi interessant.
In den Funktionen mit den sārās vergleichbar sind die timche. Sie bieten weniger Komfort. Sie waren oft mit komplizierten Gewölbeformen überdacht. In den einzelnen Räumen dieser Bauensembles handelte man mit besonders wertvollen Gütern, die auch hier gelagert wurden.

Händler mit Karren voller Säcke und Packen suchen ihren Weg durch die Massen.


Wir gelangen zum Haupteingang und haben von da aus einen schönen Blick auf die Straße, die zum Basar führt. Links und rechts des Dachs des im Kellergeschoss befindlichen Basars bieten Händler ihre Waren vor den schönen alten gelben Backsteinhäusern an.

Hier befindet sich auch das Büro des Tourist Office, dessen hilfsbereite Mitarbeiter im Reiseführer besondere Erwähnung finden.


Blick auf den Haupteingang des Basars.

Der hilfsbereite Mitarbeiter des Tourismusbüros.

Im Tourismusbüro werden wir herzlich empfangen und beraten und kommen heraus mit einer Rundtour zu den Blauen Bergen, dem Urumaya-Salzsee und dem Felsendorf Kandovan am nächsten Tag. (Bei unserer Planung hatten wir diese Örtlichkeiten eigentlich außen vor gelassen, weil uns die Fahrten dahin zu lang erschienen.)
Zum Abschluss empfiehlt er uns ein Restaurant, in dem es gute Fleischbällchen und Dolmeh gibt, ein aserbaidschanisches Gericht: Weinblätter, die mit einer Mischung aus Auberginen, Paprika, Tomaten oder Zucchini, Fleisch, Erbsen, Zwiebeln und verschiedenen Gewürzen gefüllt sind. Der Weg dorthin führt uns an der neuen Mosalla-Anlage vorbei, hinter der die Arg-e Ali Shah liegt, die wir uns noch anschauen wollen.


Ein junges Mädchen in Begleitung seiner Mutter, das gerade aus der Moschee kommt, spricht uns an, ob sie ein Foto mit uns machen darf. Es kommt zu einem längeren Gespräch über die Shadorbekleidung. Nein, sie ist nicht unbequem, auch nicht bei den zur Zeit herrschenden Temperaturen. Es entspreche ihrem Glauben, so gekleidet zu sein, erzählt uns die Fünfzehnjährige mit ihrem offenen Wesen; sie sei es von klein auf so gewöhnt. Nein, es sei auch nicht anstrengend, den Shador mit den Zähnen zusammen zu halten. Ob wir denn ein Foto davon machen dürfen? Na klar.


Im Hintergrund die Arg-e Ali Shah, die wir uns eigentlich von Nahem ansehen wollen. Während unseres Gesprächs wird der Zugang geschlossen. Heute müssen wir uns mit einem Foto aus großer Distanz begnügen.

Gegenüber wird eine Häuserzeile mit einer schönen Kolonnade restauriert.

Im Restaurant gibt es heute keine Dolmeh. Herein kommt der rührige Tourismusberater mit einem holländischen Paar. Er vergewissert sich, dass es wirklich keine Dolmeh gibt und muss kapitulieren. Wir nehmen eine Fleischtasche und wagen uns an einen Oregano-Tee. Nicht schlecht.

Nach dem Essen gelüstet es uns nach etwas Süßem. Shirinis, kleine Süßigkeiten, haben sie nicht, besorgen sie uns aber aus einer nahe gelegenen Konditorei. Der Nachbartisch profitiert auch davon.
Der Nachtbummel zum Hotel führt uns an einigen der Sehenswürdigkeiten von Tabriz vorbei:
Der große Mosaikplatz


Arg-e Ali-Shah

Historisches Rathaus

Die blaue Moschee

neben dem Khasagani-Garten

Das Dichtermausoleum
Die modernistische Konstruktion mit ihren stilisierten Toren aus hellem Beton gedenkt der mehr als 400 prominenten Dichter, Mystiker, Theologen und Wissenschaftler, die auf dem angrenzenden Gelände bestattet wurden. In dem Denkmal ist das Grab des Dichters Ostad Shahriyar untergebracht, der 1988 starb. Sein Gedicht „Heydar Baba“ in azerischer Sprache ist dem Landleben am Berge Heydar Baba gewidmet. Eine der Strophen lautet: Heydar Baba, wenn Fasane ihren Flug nehmen und Hasen dem Gebüsch entspringen, Deine Gärten in Blüten schwelgen, dann falls möglich, erinnere Dich an uns und erfreue unsere betrübten Herzen.“


Neben dem Dichtermausoleum liegt die Imāmzādeh Hamzah Moschee ein Schreinkomplex, in dem Hamzeh, der Bruder des achten Imam, Imam Reza, begraben liegt. Anderen Berichten zufolge gehört das Grab einem weiteren Verstorbenen der schiitischen Imame. Das Mausoleum stammt aus dem 14. Jahrhundert und verfügt über umfangreiche Spiegelarbeiten. Das Heiligtum ist ein beliebter Wallfahrtsort.

In den Moscheen wird auch gelebt, gesellig zusammen gesessen, gegessen und geschlafen.




Beim Fotografieren werden wir von einem Mann angesprochen, der uns fortan durch die Moschee führt. Er hat Jura studiert, spricht Englisch und Französisch und betreibt im Sommer einen Buchladen an der Moschee, im Winter macht er sich auf Reisen.
Der Shador muss für die Moschee sein, Ausländerinnen und ältere Frauen dürfen aber den Gebetsraum, der eigentlich nur den Männern vorbehalten ist, betreten, sagt uns unser Begleiter.
Das Imamzadeh des Seyed-Hamze
Der Kuppelsaal, in dem sich der von einem silbernen Gitter geschützte Sarkophag befindet, ist opulent verspiegelt und stammt aus dem 14. Jahrhundert.



Die Sāheb ol-Amr-Moschee
Sāheb ol-Amr-Moschee, nach dem die Moschee benannt ist, ist der Titel des letzten Imams der Zwölferschiiten, Muhammad al-Mahdī. Er hält sich im Verborgenen auf. Von ihm wird eine messianische Rückkehr erwartet.



Am nächsten Morgen geht es auf die vom Tourismusbüro empfohlene Fahrt.
Der Weg zu den 'Bunten Bergen'
Die 'Bunten Berge', diese regenbogenfarbigen Hügel sind das Ergebnis von Millionen von Jahren, während denen die Mineralien und Sedimente zusammengedrückt wurden und oxidierten. Diese Landschaft ist so einzigartig, dass man den Eindruck bekommt, sich auf einem anderen Planeten zu bewegen. Rote, gelbe, weiße, kupferne und orange Farben wechseln sich ab mit verschiedenen Grau-, Braun-, Beige- und Grüntönen.



Automarkt


Die 'Bunten Berge'





Der Weg zum Orumieyh-See


Geschwindigkeitskontrolle

Der Orumieyh-See
Der Orumieyh-See, nahe der türkischen Grenze, ist mit seinen ca. 5000 Quadratkilometern der Größte See Irans und der zweitgrößte Salzsee der Welt. Zwischen 1998 und 2011 ist die Oberfläche um 60 Prozent geschrumpft, der Wasserspiegel um sieben Meter gesunken. Der Rest ist eine gräuliche Wüste aus Sand und Salz, entlang den Ufern durchsetzt von Salztümpeln. Im Restsee ist die Salzkonzentration auf über 300 Gramm pro Liter Wasser gestiegen, das Achtfache von Meerwasser. Der Wert ist vergleichbar mit dem toten Meer. Bei dieser Konzentration droht selbst das einzige Lebewesen auszusterben, das im Urmia-See lebt und nirgends sonst: Artemia urmiana, eine Krebsart. Schon seit Jahren berichten Anwohner, dass die Vögel, die sich von den Krebsen ernähren, immer weniger werden.
Der Grund: viele Zuflüsse zum Orumieyh-See werden gestaut, um Strom zu gewinnen. Die Landwirtschaft um den See herum benötigt viel Wasser, das die Bauern nicht nur aus dem Gewässer selbst gewinnen. Legale und illegale Brunnen zapfen auch die Grundwasservorräte an. Zudem regnet es in der Region immer weniger. Dank des Projekts, das 2013 vom Iran mit dem UN-Entwicklungsprogramm aufgelegt wurde und von Japan mit einer Million Dollar im Jahr finanziert wird, besteht Hoffnung, dass der See doch noch gerettet werden kann. Das Umweltprojekt setzt vor allem auf einen Wandel der Landwirtschaft. Fast 85 Prozent des Wassers aus dem Seebecken wird für Landwirtschaft verwendet.

Im Hintergrund Berge in der Türkei - Anatolien

Quer über den See wurde ein 15 km langer Damm gebaut, der am östlichen Ende durchbrochen und von einer 1,5 km langen Brücke überspannt wird, damit sich die Wassermassen des nördlichen und südlichen Gebiets austauschen können. Dadurch hat sich nebenbei die Strecke zwischen der Stadt Orumiyeh und Tabriz halbiert.
Blick auf den Damm. Dahinter der anatolische Gebirgszug der Türkei.

Zahlstelle


Die Brücke

Am Brückenkopf stehen mehrere Imbissstände. Sie scheinen ein beliebtes Ausflugsziel zu sein. Unser Fahrer hat Hunger. Notgedrungen nehmen wir Kebab und eine Cola zu uns. Die Kebabstäbe werden aus der Kühltruhe genommen und auf den Grill gelegt.




Unser Fahrer fühlt sich sichtlich wohl.




Tretboote in Schwanenform stehen zu einer kleinen Tour bereit.

Der Weg nach Kandovan

Transport auf iranisch


Brotverkauf am Straßenrand

Obstverkauf am Straßenrand

Felsendorf Kandovan
Kandovan ist ein Felsendorf mit etwa 1000 Einwohnern 55 km südlich von Tabriz. Es liegt entlang einer Flussoase. Überragt wird es von öden Bergrücken des Einzugsgebiets des Kuh-e Sahand. Die bäuerliche Bevölkerung lebt von den regionalen Erzeugnissen, insbesondere aus der Schafzucht, dem Obstanbau und der Ackerbewirtschaftung.
Der Ortseingang


Kulturell interessant ist Kandovan wegen seiner hinkelsteinartigen Häuser vulkanischen Ursprungs. Ausschlaggebend für die heutige Erscheinung der Felsen sind Erosion, Verwitterung und menschliches Zutun gleichermaßen. Die Bewohner haben ihre Behausungen als Höhlenwohnungen in den weichen Tuffstein gegraben. Von außen sind lediglich Türen, Fenster, sowie Treppenzugänge sichtbar. Die Wohnungen sind in mehreren Stockwerken erbaut und einzelne Tuffkegel sind mittels Treppen miteinander verbunden. Das Gesamtensemble liegt steil an den Berg angelegt und darf über die äußere Infrastruktur begangen werden. Alte Holzbrücken verbinden bisweilen die Terrassenformationen. Einige ältere öffentliche Gebäude, wie eine Moschee und ein Badehaus sind ebenfalls in die Felsen eingebaut worden. An den wild, provisorisch und oberirdisch verlaufenden Stromleitungen ist ablesbar, dass auch dieses Dorf der archaischen und sehr ursprünglichen Lebensweise entwächst.





Neben und unter den Wohnungen befinden sich in etlichen Höhlen Ställe.




Der Balkon

Der Mann lädt uns auf seinen Balkon ein, seinen Lieblingsplatz.

Der Durchgang zum Balkon.












Rückfahrt nach Tabriz



Den nächsten Tag verbringen wir bis zum Abflug nach Teheran in Tabriz.




Mosalla-Moschee
Die neue Mosalla-Anlage - sie wird für große religiöse Versammlungen und Freitagspredigten benutzt - wird hergerichtet, die Teppiche ausgerollt.


Ali Shah-Festung
Bei der Ali Shah-Festung handelt es sich um Reste der gewaltigen Ali-Shah-Moschee, die um 1320 im Auftrag der ilkhanidischen Wesirs Tajo d-Din Ali Shah fertiggestellt wurde. Mit ursprünglich 65 Metern Länge und einer Gewölbehöhe von etwa 35 Metern war er der größte jemals aus Ziegel errichtete Bogenbau. Da das Gebäude wegen der Beschädigungen durch Erdbeben und Eroberungen seiner Funktion als Moschee nicht mehr gerecht wurde, benützte man es als Festung, und seit Anfang des 20. Jahrhunderts wurde es sich selbst überlassen. Nun ist es in den Mosalla-Komplex mit einbezogen und wird seiner Bedeutung gemäß geschützt.

So war die Moschee einstmals insgesamt mit Fliesen dekoriert.



Das Gemäuer lässt die ursprünglichen Ausmaße der Moschee erahnen.



Karawanenbrücke


Qari-Brücke

Die Saheb ol-Amr-Moschee
Die Sāheb ol-Amr-Moschee, benannt nach dem „versteckten Imam der Zwölferschiiten





Das historische Rathaus
Das nach Plänen deutscher Architekten in den 30er Jahren errichtete Rathaus, in dem die Stadtverwaltung auch heute noch residiert, beherbergt mehrere Ausstellungen zur Stadtgeschichte.
Der Eingang

Die Rückseite

Die allseits gepflegte Heldenverehrung darf nicht fehlen.




Teppichmuseum im Rathaus.


Die Glocke des Rathauses wurde 1941 im 2. Weltkrieg von den Russen beschädigt.

Der Garten des Ost-Azerbaijanischen Museums

In dem Khaqani-Garten neben der Blauen Moschee steht die Statue des um die Wende zum 13. Jahrhundert in Tabriz verstorbenen Dichters Afzaladdin Khaqani.

Der Garten ist in den Nachtstunden ein beliebter Treffpunkt.
Blaue Moschee
Den Namen trägt die Moschee wegen ihres einstigen kobaltblauen Fliesenschmucks, der heute nur noch partiell zu bewundern ist. Sie ist im Iran die einzige vollkommen überdachte Moschee-Anlage, bestehend aus einem überkuppelten Zentralbau mit vier Iwanen, dem sich nach außen drei Seiten Umgänge mit Nebenkuppeln und an der vierten Seite ein kleiner Kuppelbau Richtung Mekka anschließen. Die Moschee wurde durch das letzte große Erdbeben im 18. Jahrhundert stark beschädigt. Die Schäden konnten trotz umfangreicher Renovierungsarbeiten nicht gänzlich beseitigt werden.



Auf welche Weise die Moschee-Außenseiten mit Fayencen und hellbraunen Stuckornamenten dekoriert waren, lässt an einigen Stellen noch erkennen.


Die Moschee heute

Früher war sie - wie auf einem Teil zu sehen - auch außen voll mit Fliesen dekoriert. Das muss man sich mal vorstellen!


Das Eingangsportal
Im Eingangsiwan sind viele der ursprünglichen Fayencemosaiken erhalten geblieben, für deren dunkle Blautöne Kobalt und für die Türkistöne eine Mischung aus Kupfer- und Zinnoxid verwendet wurde. Bei der Herstellung der tiefblauen Fliesen im Inneren wurde auch kostbares Lapislazuli eingesetzt. Gelbe Ornamente bedeckte man mit Blattgold. Die Eingangstür wurde durch eine einzige große Marmorplatte geschlossen.


Das Eingangsportal in der 45 Meter langen Fassade wird durch einen Wulst begrenzt, der aus einer breiteren äußeren und einer schmaleren inneren Borte besteht. Die Wirkung der äußeren Borte wird dadurch betont, dass sie tauartig gewunden ist.


Bruchstücke der früheren Dekoration.

Den Innenraum umgibt ein Sockel von etwa zwei Metern Höhe, der teilweise mit blauen geschnittenen Fliesen verkleidet ist.





Die zentrale Kuppel lagert auf zwölf Pfeilern, die durch die vier Iwane und weitere gestaffelte Bögen verbunden sind. Dies und die offenen Durchgänge und Bogenfenster locken den Innenraum auf und verleihen ihm Helligkeit.

Die große Innenkuppel, die bei dem Erdbeben völlig zerstört wurde, war mit weißen Blumen auf grünem Grund ausgekleidet, der Dekor der kleineren Innenkuppel bestand aus Blumenmustern auf dunkelblauem Fond, umgeben von weißen Sternen auf schwarzem Grund.





Der Portalbogen zum kleineren Kuppelsaal, unter dem sich eine leere Krypta befindet, wird in den Ecken durch Stalaktiten geschmückt.


Die Mosaikfayencen bilden Blumenranken mit Blättern, Knospen und Blüten.

Bürgerhaus - Behnam Haus
Das Gebäude wurde im späteren Teil der Zand-Dynasty (1750–1794) und im frühen Teil der Qadjar- Dynasty (1781–1925) als Wohnhaus errichtet. Während der Regierungszeit von Nasereddin Shah Qajar (1848–1896) wurde dieses Gebäude grundlegend renoviert und mit Ziermalereien geschmückt. Das Haus besteht aus einem Hauptgebäude, das als Wintergebäude bezeichnet wird, und einem kleineren Gebäude, das als Sommergebäude bezeichnet wird. Das Wintergebäude ist eine zweigeschossige symmetrische Konstruktion, die auf einem Keller steht. Wie viele traditionelle Häuser im Iran hat dieses Haus ein inneres (اندرونی, andaruni ) und ein äußeres (بيرونی, biruni)) Hof, wobei der erstere der größere der beiden ist. Im Zuge eines Sanierungsprojekt 2009 wurden einige bisher unbekannte Miniatur-Fresken entdeckt, die von Spezialisten restauriert wurden. Das Behnām-Haus ist Teil der School of Architecture der Tabrizer Kunst-Universität. .





Bürgerhaus - Ordubadi Haus
Das Ordubadi Haus ist eines der Häuser aus der späten Qajar-Zeit, die in den frühen Tagen von Reza Shah erbaut wurden. Das Ordubadi ist das einzige historische Haus in Tabriz, das aus Ziegeln und Stein gebaut wurde und architektonische Bedeutung hat. Dieses Haus war die Botschaft der Russen während des Zweiten Weltkriegs und der russischen Besetzung von Tabriz.






Diese Kriegsszene auf einem Platz mitten in der Stadt!

Zurück im Hotel
„Teppichknüpferin bei der Arbeit“

Warten auf das Taxi zum Flughafen zurück nach Teheran

Flug von Tabriz nach Teheran.


Von Teheran nach Kermanshah

Die Provinzhauptstadt Kermanshah hat etwas mehr als 850.000 Einwohner und liegt auf 1350 m Höhe. Die Stadt war ein bedeutendes Handelszentrum an der Handelsstraße zwischen Hamadan und Ktesiphon. Von den Arabern im Jahre 640 als erste Stadt auf dem iranischen Hochland erobert, von den Mongolen im 13. Jahrhundert zerstört, wurde sie ab dem 17. Jahrhundert stark befestigt. Die Stadt wird von Loren, Persern und mehrheitlich Kurden bewohnt. Die größten Glaubensgemeinschaften bilden die Schiiten. Es gibt aber auch Sunniten, Yarsan (Ahl-e Haqq) und Bahais.
Unser Hotel in Kermanshah

Das Frühstück




Tekiyeh Moaven ol-Molk
Das Takieh Mo´aven ol-Molk ist Irans älteste Hussainia, ein schiitischer Schrein, in dem im islamischen Monat Muharram zum Gedenken an den Märtyrertod des Imam Hossein 680 in Kerbala rituelle Aufführungen stattfinden. Es wurde während der Qajar-Ära erbaut und von Moaven ol-Molk, einer einflussreichen kermanshaher Persönlichkeit um 1910 renoviert und erweitert und ist berühmt für seine exklusiven Kacheln.

Neben dem Fußabdruck von Ali (Hosseins Vater)

finden sich alle möglichen Szenen aus dem Koran, der Schlacht von Kerbala, vorislamische Motive wie Könige aus dem Schahname, europäische Dörfer sowie einheimische Honoratioren bekleidet im Stil des 19. Jahrhunderts.














Fassadenmalerei




Taq-e Bostan
Die wichtigste Sehenswürdigkeit der Stadt bilden die Taq-e-Bostam-Reliefs am nördlichen Stadtrand von Kermanshah, eine sassanidische Anlage bestehend aus Grotten und Reliefs, die bei einem Quellsee angelegt wurden.

Leider können wir nicht näher an die Grotten herankommen und müssen uns mit Teleobjektivaufnahmen zufrieden geben.

Im Inneren der linken Grotte steht unten eine überlebensgroße Wandplastik des sassanidischen Königs Khosrow II (590-628) in voller Rüstung mit angelegter Lanze auf seinem Pferd. Im oberen Teil in der Wölbung des Tonnengewölbes ist die Investitur Khosrows II. mit der Göttin Anahita links und dem Gott Ahuramazda rechts dargestellt.

Die Engländer wollten das Relief abbauen und nach London bringen. Als dies nicht gelang, wurde das Relief bombardiert. Das Pferd verlor ein Bein, der Reiter einen Arm und sein Gesicht. Das Gesicht wurde ohne Gesichtszüge wieder nachgebildet.
Außen oberhalb der Grotte, sind symmetrisch die ersten Engelsfiguren im Iran zu sehen.

Im oberen Teil in der Wölbung des Tonnengewölbes ist die Investitur Khosrows II. mit der Wasser-Göttin Anahita links und dem Gott Ahuramazda rechts dargestellt.
An den Seiten, aus der Entfernung nicht zu sehen, soll links eine Wildschweinjagd mit Treibern auf Elefanten und musizierenden Hofdamen in Booten dargestellt sein und rechts eine Jagd auf Hirsche in einem Waldgelände.
Rechts davon ist die kleinere Grotte mit den Reliefs von König Shapur III. (383 -388) links und dem ihn legitimierenden Großvater, König Shapur II. (309 -379), rechts.


Ein wenig weiter rechts der beiden Grotten wurde ein Relief direkt in die Felswand geschlagen.

Es zeigt die Investitur König Ardeshirs II. (379 – 383), der an den ballförmig gebundenen Haaren zu erkennen ist. Von rechts überreicht ihm Ahuramazda den Ring der Königsmacht, und von links segnet ihn der auf einer Lotusblüte stehende und von einem Strahlenkranz umgebene Mithra mit einem Bündel heiliger Barsomszweige. Unter den Füßen Ardeshirs II. liegt der römische Kaiser Julian II., bei dessen Niederlage nahe Ktesiphon er im Jahre 363 mitgewirkt haben soll.

Außerhalb des Grottenreviers liegen Parks und Freiluftrestaurants.
Etwas weiter unten nehmen wir dann in einem Restaurant das Mittagessen ein, Chicken-Kebab mit Safranreis und gegrillte Aubergine.


Zum Abschluss gibt's Tee.

Nach unserem Essen werden 'Sofas' in den Fluss eingelassen.


Darauf hätten wir uns auch gerne gesetzt. Über dem Bach herrscht nämlich ein angenehm kühles und feuchtes Klima.



Zurück zum Hotel




Auf der Suche nach dem Historischen Haus kommen wir in ein Viertel mit alten engen Gassen.


Das könnte es sein. Aber nichts weist darauf hin!



Oder das? Auch hier keinerlei Hinweis. Versuchen wir es doch einfach.

Wir benutzen den 'Türklopfer für Männer' (er ist größer und dumpfer als der für Frauen). Und nach einiger Zeit macht sich oben im Fenster eine Frau bemerkbar. Wir fragen, ob wir das Haus besichtigen könnten. Natürlich dürfen wir! Sie kommt runter und öffnet uns die Tür.
Der Innenhof


Der Eingang zur Wohnung - die Schuhe bitte ausziehen.

Das Wohnzimmer.



Der Salon.

Das Schlafzimmer.

Die Hausgemeinschaft, die uns abschließend auch noch zum Essen einlädt, nachdem sie ein kleines Entgelt von uns abgelehnt hat. Wir haben heute jedoch noch einiges vor.

Stadtzentrum
















Die neueste Requisite für unser hiesiges Theaterstück.




Unterhaltung auf Italienisch - wie schön, diese Sprache im Iran zu hören.

Die Ergänzung zum Stehklo...


Der Tarikeh-Basar ist spektakulär und attraktiv wie jeder andere traditionelle Basar im Iran. Er ist der alte traditionelle Basar von Kermanshah und einer der längsten und schönsten überdachten Basare im Iran. Er hat viele Durchgänge und bietet eine große Auswahl an Waren und Souvenirs aus der Region Kermanshah, darunter schöne Kleidung, traditionelle Süßigkeiten und Köstlichkeiten lokale Kleidung für Lederwaren, Kupfer und Gold. Was jedoch im Hintergrund all dieser produktiven, sozialen, kommerziellen und wirtschaftlichen Aktivitäten auffällt, ist die traditionelle Architektur, die schöne viereckige Kreuzungen, Durchgänge und Eingänge enthält und sich somit der reichen iranischen Kultur rühmt.




Der Metzger



Der Park


Blick vom Park auf die Stadt.


Die Fliesen am Eingang, die Visitenkarte des Antiquitätenladens.

Bisotun
Rund 30 Kilometer östlich von Kermanshah ragt aus der 1300 Meter hohen Ebene der schroff abfallende Felsen von Bisotun bis zu einer Höhe von über 2600 Metern empor. Sein altpersischer Name Bagastana bedeutet 'Ort der Götter'. Er befindet sich an der ehemaligen Handelsstraße von Baghdad nach Hamadan (Ekbatana), der ältesten asiatischen Handels- und Verkehrsstraße.

Herkules-Figur
Vom Parkplatz kommend führt rechts ein Weg hoch in die Felswand. Wir kommen als erstes an eine vollplastische Herkules-Figur, die auf einem herabhängenden Löwenfell mit einem Becher in der Hand lagert. Sie stammt aus der Zeit der Seleukiden.

Links vom Weg sieht man den großen Sarab-Quellsee.

Parthische Felsreliefs
Als nächstes folgen zwei parthische Reliefs - das Mithridates-Relief und das Gotarzes II- Relief mit einem mihrabähnlichen Mittelteil.

Der Mittelteil des linken Mithridates-Reliefs wurde durch die Einfügung eines Waqf, eine Stiftungsinschrift von Shaikh ʿAlī Khan Zangana, im 17. Jahrhundert ausgelöscht. Von dem ursprünglichen Relief sind links und rechts von dem Mihrab noch Teile mit ziemlich verwitterten Figuren zu sehen.

Da das ursprüngliche Relief vorher gezeichnet worden war, weiß man zumindest, wie es ausgesehen hat. Dort stand der parthische König Mithridates II. vor vier Satrapen, die ihm huldigten. Die dritte Person in der Reihe trägt die Nike und die Person vor ihr scheint ein Gefäß hoch zu halten.

Die Stiftungsinschrift weist Einschusslöcher auf, die von alliierten Soldaten stammen, die das Denkmal im Zweiten Weltkrieg und während der anglo-sowjetischen Invasion für Schießübungen benutzten.
Gotarzes II.- Relief
Das rechte Relief wurde unmittelbar rechts vom ersten in den Felsen gehauen und ist ebenfalls stark verwittert. Auf ihm sind mit Müh und Not zwei Lanzenreiter in einem Ritterkampf zu sehen. Darüber schwebt die griechische Siegesgöttin Nike mit einem Diadem. Die griechische Inschrift bezieht sich auf Parther Geopothros, möglicherweise den König Gotarzes II. Es könnte sich um den Ritterkampf zwischen dem siegreichen parthischen König Gotarzes II. (40 -51 n. Chr.) und dem Gegenkönig Meherdates handeln.

Darius-Relief
Das bedeutendste Relief der achämenidischen Zeit, das Darius-Relief, ließ König Darius I. um 520 v. Chr. hier anbringen. Es befindet sich links von den parthischen Felsbildern in 70 bis 80 Metern Höhe über der Ebene.

Den Blick auf das Relief behindert ein Baugerüst.

Im Kiosk am Eingang befinden sich Fotos des Reliefs.


In einer Inschrift in drei verschiedenen Keilschriftsprachen - Altpersisch, Elamisch und Babylonisch - lässt Darius seine Version seines Aufstiegs verbreiten, die allerdings recht zweifelhaft ist. Er legitimiert sich als Nachfahre von Achämenes und damit rechtmäßiger Thronfolger des Reichsgründers Kyros II. Als Verwandter seiner Vorgänger Kyros II. und Kambyses II. habe er sich gegen den Mager Gaumata, der sich als Bruder des Kambyses ausgegeben habe, erhoben; nach der Tötung Gaumatas sei er als Verwandter des Achämeniden und Reichsgründers der und habe sich gegen eine Reihe von „Lügenkönigen“ durchgesetzt. Er zählt die dreiundzwanzig damals zum Persischen Reich gehörenden Länder auf, darunter Ägypten, Babylonien, Assyrien, Ionien, Armenien, Baktrien, Choresmien und Gebiete bis zum heutigen Pakistan. Die Inschrift in den drei Sprachen trug maßgeblich zur Entschlüsselung der assyrischen und elamischen Keilschrift bei.
In dem Felsbild ist König Darius I. mit zwei hinter ihm stehenden Leibgardisten abgebildet. Als Zeichen des Königtums hält er in der linken Hand einen Bogen. Seine rechte Hand hebt er hinauf zu dem geflügelten Fravahar, seinem Schutzgeist, der den Ring der Königswürde hält. Sei linker Fuß steht auf der Brust seines auf dem Boden liegenden Hauptgegners Gaumata. Vor ihm sind neun Gefangene aufgereiht, die durch ein Seil aneinander gefesselt sind. Die letzte Person in der Schlange, die einen traditionellen skytischen Hut und eine Tracht trägt, wird als Skunkha vom Stamm der Saka identifiziert. 519 v. Chr. . Sein Relief wurde hinzugefügt, nachdem der neuelamischen Text bereits eingemeißelt worden war. Er musste deshalb komplett in den ersten drei Textfeldern links unterhalb des Bildes wiederholt werden.
Der Parther-Stein
Etwas östlich vom Gotarzes-Relief befindet ein etwa 2½ Meter hoher freistehender Felsen mit Abbildungen auf seinen drei Seiten. Auf der einen ist ein Partherkönig bei einem Opferritual vor einem Altar abgebildet. Er trägt eine Halskette und einen Gürtel um die Taille, ein einfaches Tuch mit einem losen Rock und die für Könige damals übliche Haube. Der Altar trägt eine neunzeilige Inschrift.
„Vologases, König der Könige, Sohn von Vologases, König der Könige, Enkel von ...“
Das Ende des Textes ist undeutlich und es bleibt unklar, um welchen Vologases es sich handelt, da es bis zum dritten Jahrhundert sechs Parthische Könige mit Namen Vologases gab.

Auf den beiden anderen Seiten sind parthische Würdenträger abgebildet. Kleidung und Stil sind ähnlich.

Der Farhad Tarosh
400 Meter weiter gelangt man zu der 200 Meter langen und etwa 30 Meter hohen geglätteten unspektakulären Felsabarbeitung (Farhad Tarosh). Vor dieser befindet sich eine terrassenartige Aufschüttung fast gleicher Länge, wofür der größte Teil des abgearbeiteten Steinmaterials von ungefähr 40 000 Kubikmetern verwendet wurde. Vermutlich war die Fläche für ein weiteres Kolossalrelief bestimmt.
Der 'Farhad Tarosh'- Legende nach, über die der persische Dichter und Schriftsteller Ferdowsi in seinem 'Shahnameh' (Buch der Könige 1000 n.Chr.) schreibt, soll der in die sassanidische Königin Shirin verliebte Farhad im Exil als Strafe die Aufgabe erhalten haben, den Berg zu zerschneiden, um Wasser zu finden. Wenn er Erfolg haben würde, würde er als Belohnung die Erlaubnis erhalten, Shirin zu heiraten. Nach vielen Jahren und der Entfernung des halben Berges fand er Wasser erhielt aber von König Khosrow die Nachricht, Shirin sei gestorben. Farhad wurde verrückt, warf seine Axt den Hügel hinunter, küsste den Boden und starb. Seine Axt war aus einem Granatapfelbaum gemacht worden und wo er die Axt hingeworfen hatte, soll ein Granatapfelbaum mit Früchten gewachsen sein, der Liebeskranke heilt. Shirin war der Geschichte zufolge jedoch nicht tot und trauerte Farhad nach.
Nach einer anderen Version verliebten sich der sassanidische König und der arme Farhad in die schöne Shirin. Der König versprach Farhad ihm Shirin zu überlassen, wenn er dafür den Felsen verschönert. Als Farhad damit fertig war, wurde ihm berichtet, dass Shirin bereits den König geheiratet habe. Farhad brachte sich daraufhin um. Dies war jedoch eine Finte; Shirin hatte den König nicht geheiratet und trauerte ihrem Farhad nach. Eine tragisch, romantische Geschichte á la Romeo und Julia.

Von der Felswand aus bietet sich ein wunderschöner Blick auf die Ebene.
Der Sarab-Quellsee am Bisotun.


Der Eingang zur Anlage.
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Ali-Sadr-Höhle (Ghar-e Ali Sadr)
Die Höhlen sind etwa 100 km nördlich von Hamadan im Westen des Iran. Sie wurden erst vor 40 Jahren von einem Schäfer entdeckt, der auf der Suche nach einer verschwundenen Ziege war. Sie bergen mehrere große, tiefe Seen. In dem klaren Wasser gibt es keine Lebewesen, in der Höhle treiben sich nicht einmal Fledermäuse hier herum, und es gibt keinerlei Hinweise auf irgendwelche Bewohner in früherer Zeit. Die Höhle befindet sich in einem Berg, dessen Felsen zur zweiten geologischen Periode gehören, d.h. dem Jura (vor 190 bis 196 Mio Jahren). Sie wurde 1975 der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Das Wasser ist farb- und geruchlos und hat einen natürlichen Geschmack. Der PH-Wert ist nahezu neutral. Die Wassertiefe variiert von einem halben Meter bis zu 14 Metern.
Der Andrang zur Höhle ist riesig. Sie ist ein beliebtes einheimisches Touristenziel. Es gibt einen großen Kinderspielplatz, Picknick- und Zeltplätze. Auch ein Hotel ist vorhanden.



Vor dem Kassenhäuschen steht eine Schlange, in der wir gut anderthalb Stunden stehen müssen.

Und weiter heißt es warten.


Sicherheitsweste muss sein!

Wieder ein Stück weiter - warten, nun aber in der Höhle.

Die Wartezeit überbrückt ein Mandolinenspieler, der die Besucher zum Mitklatschen bringt.

Dann geht es los.

Die Ali-Sadr-Höhle ist von Wasserläufen durchzogen. Tretboote ziehen mehrere Bötchen hinter sich her.

Sie weist mehrere kleinere Seen und einige große Hallen auf. Eine davon misst über 100 mal 75 Meter bei 20 Metern Höhe und enthält einen großen Stalagmiten.

An den Höhlenwänden und -decken begleiten Kristall- und Tropfsteingebilde die mehrere Kilometer langen Passagen




Hamadan
Hamadan hat 530.000 Einwohner und liegt auf 1820 m Höhe am Abhang des bis zu 3580 m hohen Alvand-Gebirges. Sie war die Hauptstadt des Reichs der Meder (715 – 550 v.Chr.), damals Hagmatana (griechisch: Ekbatana) genannt. Im Jahre 330 v.Chr. wurde sie von Alexander dem Großen eingenommen, der sich Ekbatana als Sommerresidenz nahm. Ab dem ersten Jahrhundert v.Chr. war Hamadan einer der persischen Hauptorte an der Seidenstraße, die von China kommend von hier aus weiter über Kermanshah nach Ktesiphon beim heutigen Bagdad führte.

Baba-Taher-Mausoleum
Das Grabmal des Mystikers und Sufi-Poeten Baba Taher, der 1019 starb. Er war einer der großen Gnostiker der Ahl-e Haq-Sekte (Derwisch oder Anhänger der Wahrheit) und gehört zu den bedeutendsten frühen Dichtern Irans. Seine Gedichte eignen sich gut, um sie zu klassischer persischer Musik vorzutragen. Das Mausoleum liegt in einem großen Parkareal.


Die Parks rundherum sind bevölkert. Die Menschen picknicken, spielen, trinken Tee und rauchen die Wasserpfeife.


Alavian Grabbau
Der viereckige Grabbau (Gonbad-e-Alavian) stammt aus spät-seldschukischer bis ilkhanidischer Zeit des 12. bis Anfang des 14. Jahrhunderts. Vom Wandschmuck her ist er der künstlerisch bedeutsamste mittelalterliche Bau Hamadans. Zu dem Flechtwerk im Bogenfeld der Eingangsseite (überwiegend aus Backsteinen) kommen gut erhaltene, florale Stuckwerkverzierungen um die Pforte hinzu, die sich im Innenraum an den Wänden und im Mihrab fortsetzen.





Zu den Grabstätten der Alavi-Familie in der Krypta führt eine Treppe hinab.


Ganj-Nameh
Gandj-Nameh (Schatzbrief) trägt eine Keilinschrift in Altpersisch, Neuelamisch und Neubabylonisch. Vor Entzifferung der Inschriften vermuteten die Leute, dass diese den Ort eines großen Schatzes angaben und gaben diesen daher ihren noch heutigen Namen.
In einem Talausläufer des Alavand-Gebirges, etwa 5 km von der Stadtmitte von Hamadan entfernt, befindet sich auf knapp 2000 Metern Höhe in dem abschließenden Talkessel eines Talausläufers ein Wasserfall, ein beliebtes Ausflugsziel für die Einheimischen.








Auf den Berggipfel führt eine Seilbahn.


Südöstlich davon sind in die Felswand zwei Keilschrifttafeln gemeißelt, die wegen des jahrhundertelang unverständlichen Inhalts dem Tal den Namen 'Ganj Nameh' oder 'Schatzinsel' gaben. Die Achemenidischen Könige Darius I. und Xerxes I. ließen die Felsinschriften zwischen 521 und 465 v.Chr. anbringen.

Die Inschriften sind in jeweils drei Blöcke aufgeteilt. Links werden altpersische, in der Mitte neuelamische und rechts neubabylonische Zeichen verwendet. Die linken Textversionen sind am längsten, da es sich beim Altpersischen um eine Buchstabenschrift und bei den beiden anderen um Silbenschriften handelt.

Die Übersetzung der rechten Inschrift von König Xerxes I. (489 - 465 v.Chr.) beginnt mit: „Ein großer Gott ist Ahuramazda, der größte der Götter, der diese Erde geschaffen hat, der den Menschen geschaffen hat, der die Freude für den Menschen geschaffen hat, der Xerxes zum König gemacht hat“. Etwas später betont Xerxes, dass er der König der Könige, Herrscher über viele Länder und Sohn des Darius ist.
Die linke etwas höher angebrachte Inschrift stammt von König Darius (522 - 489 v. Chr.). Sie ist entsprechend aufgebaut mit dem Hinweis, dass sein Vater Hystaspes war. In der Inschrift fehlt allerdings hinter Ahuramazda der Zusatz, 'der größte der Götter'. Dies ist dahin ausgelegt worden, dass Xerxes anderen Gottheiten hat mehr Anerkennung zukommen lassen.
šir-e sangi (Der steinerne Löwe)
Der steinerne Löwe von Hamadan stand neben einem Gegenstück am alten Stadttor von Hamadan. Sie wurden auf Befehl von Alexander dem Großen zum Gedenken an den Tod seines engen Gefährten Hephaestion im Jahr 324 v.Chr. errichtet. Es handelt sich um eine hellenistische Skulptur, die dem Löwendenkmal von Chaeronea (338 v.Chr. errichtet) vergleichbar ist
In Hamadan steht heute noch eine Löwenstatue, welche aufgrund stilistischer Parallelen in Griechenland (Löwe von Chaironeia, kurz nach 336 v.Chr. errichtet) in hellenistische Zeit datiert werden kann. Unklar ist der Anlass für die Errichtung der Statue. Zum Teil wird die Auffassung vertreten, dass der Löwe von Alexander dem Großen zum Gedenken an seinen Freund Hephaistion errichtet wurde, der 324 v.Chr. bei der Siegesfeier in Ekbatana gestorben ist (in Babylon bestattet). Weil jedoch arabische Quellen ein Löwentor (bab ul-asad) in Hamadan erwähnen, wäre es auch möglich, dass der Löwe ehemals einen Gegenpart hatte und als Wächterfigur eines solchen Tores diente. Die Tore wurden 931 n.Chr. abgerissen. Dabei wurde ein Löwe völlig zerstört. Der zweite erlitt leichtere Beschädigungen als er vom Sockel gerissen wurde und blieb so auf der Seite liegen, bis er 1949 restauriert und wieder aufgestellt wurde. Angeblich soll diese Statue von den Frauen des Ortes als Fruchtbarkeitssymbol betrachtet und verehrt werden.


Avicenna-Mausoleum
Das auf dem Meydan-e Abu Ali stehende Mausoleum des Avicenna (Aramgah-e Abu Ali Sina) wurde in den 1940er Jahren nach den Plänen des Architekten Hushang Seyhun erbaut. Die Form ist dem ältesten Grabturm Irans in Gobad-e Gabus nachempfunden, wo sich Avicenna zeitweilig aufgehalten hat.

Das Leben des Avicenna ist in dem Roman von Gilbert Sinoué 'Die Straße nach Isfahan' geschildert. Ein sehr spannendes, interessantes Buch. Im Jahre 1037 starb der Arzt, Philosoph und Mathematiker Abu Ali Sina in Hamadan. Er war ein Universalwissenschaftler, Dichter und Philosoph. Zu seinen Studienfächern zählten Mathematik, Algebra, Geometrie, Sprachwissenschaften, Medizin, Theologie und Philosophie. In Europa gehörte seine medizinische Enzyklopädie mehrere hundert Jahre lang zu den Standardwerken an den Universitäten.

Das Grabmal
Es gibt auch ein kleines Museum, in dem einige seiner Werke ausgestellt sind und seine Erkenntnisse auf dem Gebiet der Heilpflanzen dargestellt werden.




Laut Information am Eingang gibt es keinen Plan auf Englisch, wohl aber einen Guide, der gerade dazu kommt. Prima, denn die Anmerkungen des Museums zu den Ausstellungsstücken sind alle auf Farsi.
Auf den Bildern sind Geschichten aus dem Leben von Avicenna wiedergegeben, so die Geschichte eines jungen Verwandten des Herrschers von Gorgan, der bettlägerig war und dessen Leiden die örtlichen Ärzte verwirrte. Das Land befürchtete das Schlimmste und der König entsann sich Avicennas. Dieser setzte sich zu dem Prinzen auf das Bett, hielt seine Hand und fühlte seinen Puls, während er sich mit ihm unterhielt. Als der Prinz die Adresse und den Namen einer Frau nannte, bemerkte Avicenna ein Flattern im Puls des Jünglings. Avicenna diagnostizierte die Krankheit: der Prinz war liebeskrank. Sein Heilmittel: der Kranke sollte mit seiner Geliebten vereint werden.

Unser netter Führer durch das Museum - die Führung dauerte etwa eine Stunde. Eine kleine Anerkennung unsererseits lehnte er ab und bedankte sich bei uns für den Besuch des Museums.


In dem schön angelegten Park nebenan


steht eine überlebensgroße Statue von Avicenna.

Hegmataneh-Siedlungshügel
Hamadan, das in der Antike Ekbatana hieß, war eine der bedeutsamsten Städte der Antike. Der medische König Deiokes ließ 728 v. Chr. hier einen Palast befestigen, um den sich herum im Lauf der folgenden Jahrzehnte die medische Hauptstadt Ekbatana zu einer reichen Stadt entwickelte. Herodot bezeichnete sie im 4. Jahrhundert v. Chr. als Agbatana/Ekbatana (Ort der Versammlung) und beschreibt, dass sie an einem Hügel lag und von sieben Mauerringen eingefasst war. Die beiden inneren waren mit Gold und Silber beschichtet, der äußere so lang wie die Mauern von Athen. Die Wehrgänge der inneren Mauern überragten die äußeren und waren bemalt. 550 v.Chr. war sie an die achämenidischen Perser gefallen und König Kyros nutzte die Stadt als Sommerresidenz. 521 v. Chr. nahmen die Meder die Stadt wieder ein, wurden aber bereits nach einem Jahr von Darius wieder vertrieben. Die Stadt wurde bisher auf dem Hegmatana-Hügel vermutet, doch gehen die Bebauungsschichten dort nur bis ins parthisch-seleukidische Zeit zurück. Zu der Stadt gehören weitere, nicht erforschte Hügel. Kleine Teile der alten medischen und der achämenidischen Stadt sind ausgegraben. Gegen den Verfall sind die Ausgrabungen durch Blechdächer geschützt.
Von einer Gold-und Silberbeschichtung der alten Mauern ist natürlich nichts mehr zu sehen und man kann sich schlecht vorstellen, dass die Überreste einst zu einer der bedeutsamsten Städte der Welt gehört haben soll.

Die gespannten Seile zeigen die einzelnen Quadranten, die die Archäologen bei der Ausgrabung zur Dokumentation benötigen.


Der Eingang zu dem etwa 850 × 450 m großen Arial befindet sich am Nordende. Hier wurden Straßen- und Mauerreste der parthischen Stadtanlage ausgegraben.

Ein tiefes Loch zeugt von einer französischen Ausgrabung.

Teile der bei den Ausgrabungen gefundenen Schätze sind in dem neben an befindlichen Museum untergebracht, große Amphoren, seldschukische Brunnen, achämenidische Pfeilersockel, parthische Sarkophage und Keramiken aus achämenidischer Manager, medischer und vorgeschichtlicher Zeit.



Mausoleum für Esther und Mordechai

In dem Mausoleum sollen die Achämeniden-Königin Esther und Frau von Xerxes I. und ihr Cousin und Adoptivvater Mordechai begraben sein. Es ist die wichtigste Pilgerstätte der iranischen Juden. Im Iran leben derzeit noch etwa 25.000 Juden. Viele von ihnen kommen an Purim nach Hamadan, um der Errettung der persischen Juden durch Königin Esther im 5. Jahrhundert v.Chr. zu gedenken. Sie hatte ihren Mann durch Fasten und Beten von seinem Plan abgebracht, alle Juden ermorden zu lassen. Das Grab ist 500 Jahre alt.
Qorban-Grabturm
Der Borj-e-Qorban ist ein zwölfseitiger Turm aus dem 13. Jahrhundert. In ihm wird des theologischen Gelehrten Sheikh ol-Islam Hafez Abdol Ala Hamedani gedacht, der im 11. Jahrhundert lebte.


Im Innern befindet sich sein Grabstein aus der Safawidenzeit.

Die Rückreise nach Teheran steht bevor. Das Warten auf das Snapp-Taxi dauert eine Weile.

Alldieweil werden wir vom Hintergrund aus beschallt. Ununterbrochen preist der Straßenhändler seine Ware an mit so etwas wie 'Abakadabra, Abakadabra, Abakadabra...'

Der Busbahnhof
Wir haben noch ein bisschen Zeit.



Der sehr bequeme VIP-Bus ist gut geeignet für Überlandfahrten.

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Donnerstag, 4. Juli 2019
(10) Neues aus
Iran

lesani, 19:07h
Stars were born
Im Oktober letzten Jahres werden wir zu einem Casting für einen Film eingeladen. Man suchte europäisch aussehende Komparsen. Der Termin ist um halb sieben. Da es regnet, bestellen wir schon rechtzeitig ein Snap. Doch eins nach dem anderen cancelt die Tour, so dass wir schließlich erst um halb neun in dem Studio ankommen. Kein Wort über unsere Verspätung. Wir sollen Platz nehmen, es werde noch etwas dauern. Es sind noch drei Schauspieler-Aspiranten im Studio.
Obst, Gebäck und Tee stehen bereit. Der Regisseur sitzt auch im Studio (Mitte).
Es herrscht eine gewisse Anspannung, da wir nicht wissen was auf uns zukommt. Das einzige, das wir wissen, ist, dass es um 'Kindersoldaten' geht, die im Iran-/Irakkrieg (1980-88) in irakische Gefangenschaft geraten sind und die in Bagdad in einer Pressekonferenz vorgeführt werden, zu der internationale Journalisten eingeladen sind - die stellen wir Europäer dar. Nach etwa einer halben Stunde werden wir aufgerufen und vermessen.

Das war's. Vier bis acht Wochen hören wir nichts, dann erhalten wir den Termin für den Dreh. Wir werden morgens um sieben mit Taxi abgeholt und zu einem alten Theater im Süden der Stadt gefahren.
Während im Theatersaal die Kulisse aufgebaut wird, warten wir im geräumigen Vorraum, in dem auch die einheitlich gekleideten Gefangenen sitzen sowie die irakischen Soldaten.

Unser Betreuer im Gespräch mit uns.


Der Türsteher ist zuständig dafür, dass der Kulissenaufbau ungestört erfolgen kann.

Ein kurzer Blick ins Innere darf doch wohl erlaubt sein.

Der Regisseur im Gespräch mit seinem Assistenten.

Uns ist etwas mulmig, weil wir eigentlich nichts über den Film und seine Intention wissen und auch keine richtigen Informationen erhalten. Spielen wir womöglich in einem Propagandafilm mit, der das Volk auf einen eventuellen Krieg einstellen soll. Es kommen nur bruchstückhafte Infos durch.
Die Vorbereitungen laufen - hier in der Maske

- vorher - nachher ...
Die Kulisse.
Der Dreh.



Freizeitbeschäftigung: Skizzieren der Hauptakteure.

Der Auftritt der Journalistin - Klappe 33

Der Regisseur gibt einem Reporter Anleitungen.


Vorne die 'Kindersoldaten', dahinter die Presse.
Einer der Hauptakteure der Iraker.

Mittagspause.

Das Gruppenfoto mit Regisseur.

Gut acht Stunden haben die Aufnahmen gedauert. Der Film bewirbt sich für das internationale Fars-Filmvestival, das im Frühjahr in Teheran stattfindet. Wir sind gespannt. Im Februar erfahren wir, dass er in die Auswahl für das internationale Fars-Filmfestival gekommen ist und bereits einen nationalen Preis errungen hat. Dann kommt der Film in die Kinos.
Im Kern geht es darum, dass den Kindersoldaten die Freilassung unter der Bedingung in Aussicht gestellt wird, dass sie nicht mehr gegen den Irak kämpfen. Die Gefangenen lehnen dies ab und gehen für ihre Forderung auf Gleichbehandlung mit den sonstigen Kriegsgefangenen in einen Hungerstreik, den sie erst nach Aufforderung des Iran beenden.
Wir schauen uns den Film im Kino an und finden ihn nicht schlecht. Leider ist er auf Farsi und es fehlten für uns die englischen Untertitel. Aber wir wussten ja, worum es in dem Film geht - nämlich in dem von uns gespielten Part, dass der irakische Moderator die Antworten der iranischen Gefangenen falsch übersetzt. Es geht um Fragen wie: Hat man euch versprochen, dass ihr als Märtyrer ins Paradies kommt? Die übersetzte Antwort lautet: Ja, aber unglücklicherweise sind wir nicht gestorben. Der Gefangene, der die Antwort gegeben hatte, begehrt in dem Film auf und ruft: No Sir, no Sir - offensichtlich ist er mit der Übersetzung nicht einverstanden.
In dem Nachspann erscheinen die Namen der europäischen Akteure, als auch unserer, in lateinischen Lettern, die der übrigen Schauspieler in Farsi.
Im Mai fand das internationale Filmfestival statt. Die Auszeichnung für den besten Film erhielt eine russische Produktion. Zu erwähnen ist noch, dass der Drehbuchautor für Volker Schlöndorffs Film „Wackersdorf“, Oliver Haffner, dort ebenfalls eine Auszeichnung erhielt.
Ein interessantes Erlebnis.
Im Oktober letzten Jahres werden wir zu einem Casting für einen Film eingeladen. Man suchte europäisch aussehende Komparsen. Der Termin ist um halb sieben. Da es regnet, bestellen wir schon rechtzeitig ein Snap. Doch eins nach dem anderen cancelt die Tour, so dass wir schließlich erst um halb neun in dem Studio ankommen. Kein Wort über unsere Verspätung. Wir sollen Platz nehmen, es werde noch etwas dauern. Es sind noch drei Schauspieler-Aspiranten im Studio.
Obst, Gebäck und Tee stehen bereit. Der Regisseur sitzt auch im Studio (Mitte).

Es herrscht eine gewisse Anspannung, da wir nicht wissen was auf uns zukommt. Das einzige, das wir wissen, ist, dass es um 'Kindersoldaten' geht, die im Iran-/Irakkrieg (1980-88) in irakische Gefangenschaft geraten sind und die in Bagdad in einer Pressekonferenz vorgeführt werden, zu der internationale Journalisten eingeladen sind - die stellen wir Europäer dar. Nach etwa einer halben Stunde werden wir aufgerufen und vermessen.

Das war's. Vier bis acht Wochen hören wir nichts, dann erhalten wir den Termin für den Dreh. Wir werden morgens um sieben mit Taxi abgeholt und zu einem alten Theater im Süden der Stadt gefahren.
Während im Theatersaal die Kulisse aufgebaut wird, warten wir im geräumigen Vorraum, in dem auch die einheitlich gekleideten Gefangenen sitzen sowie die irakischen Soldaten.


Unser Betreuer im Gespräch mit uns.



Der Türsteher ist zuständig dafür, dass der Kulissenaufbau ungestört erfolgen kann.

Ein kurzer Blick ins Innere darf doch wohl erlaubt sein.

Der Regisseur im Gespräch mit seinem Assistenten.


Uns ist etwas mulmig, weil wir eigentlich nichts über den Film und seine Intention wissen und auch keine richtigen Informationen erhalten. Spielen wir womöglich in einem Propagandafilm mit, der das Volk auf einen eventuellen Krieg einstellen soll. Es kommen nur bruchstückhafte Infos durch.
Die Vorbereitungen laufen - hier in der Maske

- vorher - nachher ...


Die Kulisse.

Der Dreh.





Freizeitbeschäftigung: Skizzieren der Hauptakteure.


Der Auftritt der Journalistin - Klappe 33

Der Regisseur gibt einem Reporter Anleitungen.


Vorne die 'Kindersoldaten', dahinter die Presse.

Einer der Hauptakteure der Iraker.

Mittagspause.


Das Gruppenfoto mit Regisseur.

Gut acht Stunden haben die Aufnahmen gedauert. Der Film bewirbt sich für das internationale Fars-Filmvestival, das im Frühjahr in Teheran stattfindet. Wir sind gespannt. Im Februar erfahren wir, dass er in die Auswahl für das internationale Fars-Filmfestival gekommen ist und bereits einen nationalen Preis errungen hat. Dann kommt der Film in die Kinos.
Im Kern geht es darum, dass den Kindersoldaten die Freilassung unter der Bedingung in Aussicht gestellt wird, dass sie nicht mehr gegen den Irak kämpfen. Die Gefangenen lehnen dies ab und gehen für ihre Forderung auf Gleichbehandlung mit den sonstigen Kriegsgefangenen in einen Hungerstreik, den sie erst nach Aufforderung des Iran beenden.
Wir schauen uns den Film im Kino an und finden ihn nicht schlecht. Leider ist er auf Farsi und es fehlten für uns die englischen Untertitel. Aber wir wussten ja, worum es in dem Film geht - nämlich in dem von uns gespielten Part, dass der irakische Moderator die Antworten der iranischen Gefangenen falsch übersetzt. Es geht um Fragen wie: Hat man euch versprochen, dass ihr als Märtyrer ins Paradies kommt? Die übersetzte Antwort lautet: Ja, aber unglücklicherweise sind wir nicht gestorben. Der Gefangene, der die Antwort gegeben hatte, begehrt in dem Film auf und ruft: No Sir, no Sir - offensichtlich ist er mit der Übersetzung nicht einverstanden.
In dem Nachspann erscheinen die Namen der europäischen Akteure, als auch unserer, in lateinischen Lettern, die der übrigen Schauspieler in Farsi.
Im Mai fand das internationale Filmfestival statt. Die Auszeichnung für den besten Film erhielt eine russische Produktion. Zu erwähnen ist noch, dass der Drehbuchautor für Volker Schlöndorffs Film „Wackersdorf“, Oliver Haffner, dort ebenfalls eine Auszeichnung erhielt.
Ein interessantes Erlebnis.
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Donnerstag, 27. Juni 2019
(9) Neues aus
Iran

lesani, 10:28h

Isfahan liegt in Zentraliran ca. 400 km südlich der Hauptstadt Teheran und hat an die zwei Millionen Einwohner. Sie ist die drittgrößte Stadt Irans. Die Blütezeit Isfahans begann, als Shah Abbas I. im Jahre 1598 die Hauptstadt des Safawidenreichs von Qasvin nach Isfahan verlegte. 25 Jahre später hatte Isfahan 600 000 Einwohner und war damit eine der bevölkerungsreichsten Städte der Welt. Aus dieser Zeit stammt der stolze Satz: Esfahan nesf-e Jahan (Isfahan die Hälfte der Welt). Dieser Blog fast zwei Besuche in Isfahan zusammen. Ein dritter Besuch steht auf unserer Wunschliste. Es gibt einfach viel zu sehen und das Ambiente dieser Stadt ist reizvoll. Für den ersten Besuch im Februar, an Fatimas Martyrium, nehmen wir den Flieger. Der Flug dauert ca. eine Stunde.

Den zweiten Besuch statten wir Isfahan in den Nowruz-Ferien ab. Wohl wissend, dass es überhaupt schwer sein würde, über Nowruz Fahrgelegenheiten und eine Unterkunft zu finden und Isfahan überlaufen sein würde, machen wir uns ans Werk. Für die Feiertage selbst war tatsächlich nichts zu bekommen. Wir versuchen es für die Woche drauf, mit Erfolg. Wir buchen dieses Mal eine Busfahrt.



Vorbei geht es an einem Salzsee, dem Namaksee, der uns kilometerlang begleitet. Der See selbst hat lediglich eine Fläche von ca. 1 km², Die Fläche des Salzgebietes beträgt ca. 1800 km². Er hat eine Tiefe von ca. 1 Meter.

Mautstelle.


Werbereklame

Unser Hotel „Hasht Behesht“, Hotel der Sieben Paradiese, benannt nach dem in der Nähe liegenden Park.

Auf geht es zur Entdeckung von Isfahan.


Das Denkmal von Ostad Ali Akbar Isfahani, dem Architekten der von Shah Abbas in Auftrag gegebenen Shah-Abbasi-Moschee.
Am Isfahan Museum of Contemporary Arts fällt uns ein Plakat mit einer Abbildung von Uecker auf und der Ankündigung einer Ausstellung.

Nach zwei Präsentationen von Günther Ueckers „Huldigung an Hafez“ in Shiraz und Teheran im Jahre 2016, bildet die Ausstellung den Auftakt zu einer großen Ausstellungstournee durch den Iran, darunter Kerman, Mahshad, Rasht, Tabriz, Abadan und Zahedan. Inspiriert von seiner Begegnung mit der Kultur des Irans, hat Günther Uecker 2015 ein museales Meisterwerk geschaffen mit 42 druckgrafischen Arbeiten und damit seine Verbundenheit zum Iran dokumentiert.

Hakim Moschee
Wir versuchen durch einen Seiteneingang in den Basar zu gelangen. Obwohl der Basar viele Eingänge haben soll, finden wir keinen, der uns zu dem Haupteingang führt. Hilfsbereit wie die Iraner sind, erhalten wir jeweils neue Wegbeschreibungen, die uns durch kleine Gassen führen. So lernen wir die Umgebung des Basars kennen.
Die Hakim-Moschee ist eine der ältesten Moscheen in Isfahan. Sie wurde Mitte des 17. Jahrhunderts in der Zeit der Safawiden fertiggestellt und nach Mohammad-Davud Khan benannt, der den Bau finanzierte. Leider können wir sie nicht besichtigen; sie ist geschlossen.

Der Weg um die Moschee herum führt uns in kleine Gassen.


Entlang der Außenmauer der Moschee kommen wir an einen Seiteneingang der Moschee.

Dieser ist auch verschlossen.


Diese kleine Kuppel kündigt uns den Eingang des Basars an.

Ein Eingang und . . .

... gähnende Leere. Der Basar ist geschlossen. So können wir ihn in aller Ruhe besichtigen und einen Blick in die Innenhöfe werfen.





Über Umwege durch den geschlossenen Teil des Bazars gelangen wir schließlich zum Haupteingang am Imam-Platz, der Qeyssarie-Pforte.
Die Qeyssarie-Pforte

Hier ist es angeschlagen: Der Basar ist wegen des Feiertages bis 12 Uhr geschlossen.
Die Fensteröffnung im Scheitelpunkt des Spitzbogrens gehörte zu einem Neqar-e Khane, einem Paukenhaus, in dem musiziert wurde und von dem aus Signale gegeben wurden.
Die Freskenmalereien vom Anfang des 17. Jahrhunderts in dem Nischenbogen zeigen Jagdszenen mit Shah Abbas I. ...


... und Schlachtszenen aus dem Krieg von Abbas I. mit den Usbeken. Nachdem im Frühjahr 1598 der Usbeken-Fürst Abdallah II. verstorben war, gelang es Abbas, die Usbeken aus Chorasan zu vertreiben und Herat und Maschhad einzunehmen.

Interessant sind die Darstellungen der Behandlung von Verletzten und ...

... von Kriegsgefangenen

Oben rechts und links des Portals befindet sich das in Fliesenmosaiken dargestellte Stadtwappen von Isfahan, das Tierkreiszeichen des Schützen.

Da wir nicht in den Basar reinkommen und wie beabsichtigt durch ihn hindurch zur Freitagsmoschee im Norden gelangen können, entschließen wir uns, den Süden der Stadt zu erkunden.
Taubenturm
Taubentürme dienten zur Gewinnung von Guano. Die Exkremente der Tauben dienten den Bauern um Isfahan als Düngemittel, den sie auf ihren Wassermelonenfeldern einsetzten und wurden auch als Beize in der Lederindustrie verwendet sowie zur Herstellung von Schwarzpulver.
Dieser kleeblattförmige Turm bietet Platz für 14.000 Vögel.

Dicke Mauern ragen etwa zehn Meter in die Höhe. Die Bauern konnten den Turm durch eine Tür betreten und mühsam den Taubenkot von den Wänden abkratzten. Dank chemischer Errungenschaften sind die Taubentürme mittlerweile obsolet. Auf dem Flachdach befindet sich eine in mehrere Richtungen geöffnete Kuppel. Durch schmale Einfluglöcher konnten die Tauben hier ein- und ausfliegen.

Takhte-ye-Foulard Friedhof
Der Takhte-ye-Foulard ist ein historischer Friedhof aus dem 13. Jahrhundert unserer Zeitrechnung, auf dem die bekanntesten Bürger der Stadt beerdigt wurden. Zur Zeit der Qadscharen wurde ein großer Teil des Friedhofs zerstört. Erhalten blieben einige Mausoleen.

Die Grabsteine liegen größtenteils flach auf dem Boden. Sie enthalten keine Namen, sondern nur Koranverse.

Grab einer „Märtyrerin“

Mausoleum Hajieh Seyyedeh Nosrat Begum Amin

Hajiyeh Seyyedeh Nosrat Begum Amin (1886-1983) war Irans herausragendste weibliche Juristin, Theologin und große muslimische Mystikerin des 20. Jahrhunderts.


Das Grab wird rege besucht.

Khansari Mausoleum
Agha Hosseyn Khansari war ein sehr einflussreicher Wissenschaftler im Hofstaat Safi II. Sein Mausoleum war das einzige, das für einen Wissenschaftler errichtet wurde.

Mosalla Moschee
Die neu errichtete Mosalla Moschee in der Nachbarschaft des Friedhofes.

Hojat-Najafi Mausoleum



Baba Rokn od-Din
Baba Rokn od-Din war eine hochrangiger „ Baba“ des 14. Jahrhunderts. Über sein Leben und Wirken gibt es nur wenige Informationen. Der gegenwärtige Bau mit seinem markanten Pyramidendach wurde während der Ära Abbas I. begonnen und in der Ära Safi I. vervollständigt. Sein Grab in Isfahan ist ein Ort für Meditation und wird von seinen Anhängern auch heute noch aufgesucht.

Als wir uns wieder einmal orientieren, spricht uns ein Junge an. Er begleitet uns zur Roknolmolk-Moschee und führt uns sachkundig durch die Moschee, auf die er sehr stolz ist. Er will Mathematik studieren und findet den Iran gut, weil das Land so sicher ist. Dass das mit einer totalen Überwachung und Einschränkung der persönlichen Freiheit verbunden ist, versteht er nicht so ganz.

Roknolmolk-Moschee
Die Roknolmolk-Moschee wurde von Mirza Soleyman Chan Schirazi Roknolmolk, einer prominenten Persönlichkeit seiner Zeit, errichtet.







Der Mihrab mit den alten erhalten gebliebenen Fliesen.

Bei dem Rundgang gesellt sich der Mullah zu uns.


Zum Abschluss gibt es ein Bild mit dem Mullah und eine rote Nelke zu Nowruz (Neujahr).

Der Junge möchte gerne mal einen richtigen Fotoapparat in die Hand nehmen. Er ist begeistert von dem Bild, das er von der Kuppel gemacht hat.

Vor der Moschee steht ein Hedjleh. Es wird beim Tod eines Menschen mit Blumen geschmückt und mit einem Bild von ihm versehen. Die Trauergemeinde schmückt ihn mit Beigaben, die dem Verstorbenen die Aufnahme in das Paradies erleichtern sollen, so etwa einem Koran oder Amulette, die böse Geister fernhalten sollen.

Gerne möchte unser junger Guide noch ein Selfie mit uns.

Armenisches Viertel
Als beim Feldzug gegen die Osmanen im 17. Jahrhundert die Einnahme der Stadt Jolfa im Norden Irans drohte, siedelte Schah Abbas I. die dort lebenden armenischen Christen rund 1.000 Kilometer entfernt in einem Vorort von Isfahan an und nannte das Dorf „Neu Jolfa“. Er wollte sich ihre Fähigkeiten als Händler, Geschäftsmänner und Künstler zunutze machen und versprach ihnen religiöse Freiheit.
Wir genießen die Atmosphäre mit netten Kneipen, in denen die Gäste zwanglos miteinander umgehen. Die Atmosphäre ist anheimelnd.

Jolfa-Square

Kelisa-ye Vank
Zentrum des Armenierviertels (Neu-)Dschulfa ist die Vank-Kathedrale, eine armenisch-apostolische Kirche, erbaut von 1606 bis 1655, auch bekannt unter den Namen „Heilige Erlöser-Kathedrale“ und „Kirche der heiligen Schwestern“. Sie war die erste armenische Kirche in Isfahan und ist auch heute noch das religiöse und geistige Zentrum der christlichen Armenier Isfahans.


Die Kirche bei Tag.





Christliche Darstellungen und islamische Muster treffen hier aufeinander. Pflanzenmotive über dem Eingang haben ihren Ursprung in persischen Miniaturzeichnungen. Szenen aus dem Leben Jesus Christus und Darstellungen armenischer Märtyrer vervollständigen die Kollektion beeindruckender Wandgemälde. Unterhalb des Altars befinden sich Fliesen mit islamischen Arabesken. Es ist gar nicht so leicht, einen Überblick über all die Formen, Fresken und Illustrationen zu gewinnen, deren Anfertigung 15 Jahre in Anspruch nahm.


Die Vertreibung des Menschen aus dem Paradies

Das Abendmahl Jesu und die Fußwaschung

Die Vertreibung der Händler und Geldwechsler aus dem Jerusalemer Tempel



Das Denkmal für die Opfer des armenischen Genozids durch die ottomanische Regierung der Türkei mit anderthalb Millionen Toten im Jahre 1915. Im April 2005 hielten die Armenier Isfahans eine große Kundgebung ab zum Gedenken an den von den Osmanen verübten Genozid.


Hinter einer hohen Mauer verbirgt sich eine andere armenische Kirche, die Sankt-Georg-Kirche.

Am Eingang der Kirche gibt es ein Bild aus Keramikfliesen aus der Ära Sultan Hoseins. Das Bild stellt Jesus, Maria und drei Mager (zoroastrische Priester) dar, die Geschenke überbringen.


Die Innenarchitektur der Kirche ist sehr schlicht gehalten.

Erwähnenswert ist ein Anbau, in dem 13 besondere Steine eingearbeitet wurden, die die Armenier von der Kathedrale von Etschmiadsin abgetragen haben, als sie Anfang des 17. Jahrhunderts aus Armenien nach Isfahan emigrierten. Diese Steine machen die Sankt-Georg-Kirche zu einem der heiligsten Plätze für Armenier in Dschulfa.
Auf dem Weg zu einem vom Reiseführer empfohlenen Lokal, iranischer Verkehr: In einer Einbahnstraße ein einsamer Geisterfahrer, der den gesamten Verkehr aufhält. Ausweichen nicht möglich. Nichts geht mehr.

Weder die Räumlichkeiten, noch das Essen machen uns in dem Lokal an. Und dann sitzt man in einem so geräumigen Lokal fast allein.



Der Zayandeh und seine Brücken
Vom armenischen Viertel machen wir uns auf den Heimweg. Wir bummeln am Ufer des Flusses Zayandeh entlang.
Si-o-seh-Pol

Am Kopf der Si-o-seh-Brücke hat sich eine große Menschenmenge eingefunden. Ganz Isfahan ist auf den Beinen. Wir bahnen uns einen Weg durch die Masse, um über die Treppe auf die Brücke zu gelangen. Die Brücke ist 290,4 Meter lang, 13,5 Meter breit und besteht aus 33 Bögen, woraus sich ihr Name ergibt (persisch Si-o-seh = 33). Sie wird zu beiden Seiten von überdachten Arkaden eingefasst.


Wir überqueren den Fluss.

Der Autoverkehr vom Süden in den Norden läuft über die Ferdowsi-Brücke. Anlässlich des Feiertages ist eine Light-Show installiert. Die wechselnden Farben spiegeln sich im Zayandeh.

Choobi-Brücke
Die Choobi-Brücke wurde während der Regierungszeit von Shah Abbas II erbaut, um die Gärten des Königs auf beiden Seiten des Flusses zu bewässern und zu verbinden. Sie ist 147 Meter lang, 4 Meter breit und hat 21 Bögen. Sie befindet sich zwischen der Khaju- und Ferdowsi-Brücke. Die Brücke und die beiden in den Bögen befindlichen Pavillons waren ausschließlich für den Schah und seine Höflinge bestimmt. Heutzutage werden die Pavillons als Teehäuser genutzt. Vor der Brücke ein Bild der Stille.

Hinter der Bücke berauschen sich auch hier die Menschen an den Fluten, die hier vorbeiströmen. Das ist nicht immer der Fall. Häufig ist das Flussbett ausgetrocknet. Ein Ausdruck der Faszination Wasser in diesem trockenen Land.


Khaju-Brücke
Die Khaju-Brücke wurde um 1650 unter der Herrschaft von Abbas II. In ihrer Mitte befindet sich ein Pavillon mit Resten eines Königstuhls, auf dem Abbas II. gesessen haben und die Aussicht bewundert haben soll. Die Brücke ist 133 lang, 12 Meter breit und hat 23 Bögen. Unter den Torbögen befinden sich mehrere Schleusen, durch die der Wasserfluss des Zayandeh-Rud reguliert wird. Wenn die Schleusentore geschlossen sind, wird der Wasserstand hinter der Brücke erhöht, um die Bewässerung der vielen Gärten entlang des Flusses stromaufwärts der Brücke zu erleichtern. Zahlreiche Menschen haben sich an den Ufern eingefunden, um das Feuerwerk zu bestaunen.


Die Promenaden sind belebt. An den Ufern sitzen Familien und Freunde und picknicken. Für das leibliche Wohl hat jede Gruppe für sich gesorgt.



In den Seitennischen der einzelnen Bögen ist High-Life. Es wird auch hier getanzt und gesungen, gegessen und getrunken und Shisha geraucht. Der Tee steht auf dem Feuer.



Pusteblume

Zum Abschluss des Tages nehmen wir noch einen „kleinen Absacker“.



Das jüdische Viertel - Dschubareh
Im jüdischen Viertel befinden sich Minarette aus der Seldschuckenzeit. Unter der seldschukischen Herrschaft genoss Persien wirtschaftlichen und kulturellen Wohlstand. Kennzeichnend für die Architektur der Seldschuckenzeit ist das Ziegelmauerwerk. Nicht alle Minarette dieser Zeit dienten religiösen Zwecken. Entlang der Hauptstraßen oder am Rande der Wüste, fungierten sie als Wegweiser. Wenn die Karawanen nachts unterwegs waren, diente ihnen das Minarett wie ein Leuchtturm zur Orientierung. In einigen Fällen wurde das Minarett auf einen Hügel gebaut, wo für eine Moschee kein Platz mehr war.
Darozziafe-Minarette
Die Darozziafe-Minarette wurden auf den beiden Seiten eines Portals erbaut. Die Minarette stammen aus dem 14. Jahrhundert. Unter den Seldschuken wurden erstmalig im 12. Jahrhundert n. Chr. Zwillingsminarette errichtet.


Chehel-Dochtaran-Minarett
Chehel Dokhtaran bedeutet "Vierzig Jungfrauen". Vierzig ist ein populäres iranisches Wort, das eine große Zahl anzeigt. Eine Seltenheit ist das nach Qibla (Mekka) ausgerichtete Fenster auf halber Höhe.

Sehenswert sind die Ziegelverzierungen ...

... und die Terrakotta-Platten mit Kufi-Inschriften.

Sarban-Minarett
Das Sarban-Minarett steht in der Nähe des Tschehel Dochtaran-Minaretts und stammt ebenfalls aus der Seldschuken-Ära. Es ist mit 54 Metern Höhe das höchste historische Minarett in der Provinz Isfahan. Das Minarett diente den Kamelkarawanen als Leuchtfeuer zur Orientierung für die Oase von Isfahan.

Ein Mann zeigt uns eine Synagoge, die aber offensichtlich nicht mehr genutzt wird.

Auf dem Weg zur Freitagsmoschee.


Dhul-Dschina

Dhul-Dschina ist der Name des weißen Araberpferdes, auf welchem Imam Husain in Kerbela am Tag von Aschura saß. Um das Pferd ranken sich viele Geschichten. Der Prophet Muhammad kaufte es von einem Araber namens Charis. Der Kauf erfolgte unter widrigen Umständen. Der Verkäufer verlangte nach dem Kauf den Kaufpreis noch einmal. Auf den Einwand des Propheten Muhammad, dass er bereits gezahlt habe, verlangte der Verkäufer Zeugen zum Beweis. Da keine Zeugen anwesend waren, konnte Prophet Muhammad keine benennen. Ein Gefährte namens Hadima kam des Weges und bot sich als Zeuge an, er könne jedes Wort des Propheten Muhammad bezeugen. Der Prophet lehnte das ab, da jener bei dem Kauf gar nicht anwesend war. Auf diese Wahrhaftigkeit des Propheten zog der Verkäufer seine unberechtigte Forderung zurück. Der Prophet ritt selbst das Pferd. Als Kleinkind durfte Imam Husain das Pferd reiten. Dabei ereignete sich ein erstes Wunder. Das Pferd neigte sich herunter, um dem noch kleinen Imam Husain den Aufstieg zu erleichtern. Als Iman Husain aufgestiegen war, und alle anwesenden sich über das Ereignis freuten, liefen Tränen über die Augen des Propheten. Auf die Frage, warum er in solch einem freudigen Moment trauere, antwortete er, dass er die Zukunft jenes Rittes sehe, nämlich den Tod in Kerbela. Über das Alter Dhul-Dschinas gibt es diverse Spekulationen, die mit Wundern erklärt werden. Der Prophet kaufte das Pferd im Alter von ca. 4 Jahren. Dementsprechend müsste das Pferd zu Ashura weit über 50 Jahre alt gewesen sein. In Kerbela ertrug das Pferd zusammen Imam Husain alle Schwierigkeiten. Es war selbst am Verdursten und zudem schwer verletzt durch viele Pfeile. Dennoch ließ es den verletzten Imam kurz vor seinem Ableben durch Herunterknien leichter besteigen und spendete ihm Schatten bei seinem Abschiedsgebet. Über das Ableben Dhul-Dschinas ist nichts bekannt. Manche glauben, dass das Pferd in der Verborgenheit weiterlebt und Iman Mahdi eines Tages auf dem Rücken des Pferdes erscheinen wird.
Baba Ghassem Mausoleum

Neben der Jame-Moschee, der Freitagsmoschee, befindet sich das Baba Ghassem Mausoleum. Es stammt aus dem 14. Jahrhundert. Baba Ghassem war einer der prominenten Faqihs (Juristen) in Isfahan. Das Mausoleum war sehr respektiert; Menschen kamen zu diesem Ort, um zu schwören, dass sie die Wahrheit sagen.

Rund um die Freitagsmoschee erstreckt sich der Basar.



Rechts ist der Eingang zur seldschukischen Säulenhalle.


Die Jame-Moschee
Die Freitagsmoschee von Isfahan wird als Museum der 1300-jährigen Entwicklung iranischer Architektur bezeichnet. Sie wurde auf älteren Bauten der früheren vorislamischen Zeit erbaut.
Modell im Eingang der Moschee

Eingang zur Moschee vom Basar aus.

Der Südiwan mit seinem Stalaktitenstuck aus der Mongolenzeit.

Links vom Südiwan gelangt man in die seldschukische Säulenhalle. Jede Kuppel hat ein anderes Ziegelmuster.


Die Säulen sind mit Handwerkersignaturen versehen.



In den Decken befinden sich Öffnungen für Licht und Luft, ein bezauberndes Licht-und Schattenspiel.




Die Kanzel

Der Mihrab

Die Fliesendekoration des Südiwans stammt aus dem 15. Jahrhundert


Das Mosaik in der Mitte besteht aus erhabenen Flächen, sozusagen ein 3D-Mosaik.

Florale Muster, kalligrafische Texte

Das Minarett

Der Nord-Iwan
Die beiden Iwane mit den Kuppeln (Nord und Süd) wurden von konkurrierenden Ministern gebaut. Diese wollten sich gegenseitig übertreffen. Alle vier Iwane sind unterschiedlich gestaltet. Der nördliche Iwan zeichnet sich durch seine monumentale Vorhalle mit den üblichen seldschukischen Kufi-Inschriften und schlichten Ziegelpfeilern im Heiligtum aus.
Der Blick vom Südiwan auf den Nordiwan


Kalligrafische Schrift in der Decke.




Ein Meisterwerk - die in Form eines gerafften Vorhangs angeordneten Muqarnas.

Am nördlichsten Punkt der Freitagsmoschee ließ Abu Qanaem Marzban Ibn e Khosoro Firuz-e Shirazi, oder kurz Taj al Molk, im Jahre 1088 diesen Teil der Freitagsmoschee errichten. Die Taj-al-Mol-Kuppel ganz hinten gilt als schönste Ziegelkuppel in Persien. Sie hat zwar keinen Fliesenschmuck und besitzt nur eine aus Ziegeln gesetzte umlaufende Kufi-Inschrift. Auch ist sie relativ klein, statisch soll sie aber perfekt sein; über 900 Jahre hat sie Dutzende Erdbeben ohne Schaden überstanden. Kennzeichnend für diesen ältesten Teil der Freitagsmoschee ist die geometrische Backsteinornamentik.


Der Ost-Iwan
Der relativ bescheiden gestaltete Eingang zur Madrese (Schule).


Kuppelgewölbe Ostiwan

Der Westiwan

Die Muster sind nicht gemalt, sondern aus verschiedenfarbigen Fliesen zusammengesetzt.



Die gepunkteten Linien sind keine Zierde, sondern Schriftzeichen, Namen für die schönsten Namen Gottes, die im Koran vorkommen und von Muslimen als Synonyme für Allah verwendet werden. Der Islam kennt (mindestens) 99 Synonyme für Allah, die jeweils eine besondere Eigenschaft von ihm beschreiben. Der 100. Name ist für den Menschen unaussprechlich und außerdem unbekannt ist. Die Kufi-Inschriften sind sehr kunstvoll, aber selbst für Iraner schwer lesbar.
Rechts neben dem Westiwan befindet sich die Kammer des Sultans Uljeitu.

Der einmalige Uljeitu-Mihrab gilt als Meisterwerk der iranischen Stuckwerkskunst. Er stammt aus dem Jahr 1310 nach Christus. Die Ranken und Blumenmuster werden von einem Schriftband aus dem Koran umgeben. Zwei Säulen, die die eigentliche Gebetsnische begrenzen, sind ebenfalls mit kunstvollen Ornamenten verziert.

Links und rechts davon stehen zwei alte hölzerne Minbars. Sie entsprechen in etwa den Kanzeln in christlichen Kirchen, mit einem wichtigen Unterschied: Die oberste Plattform ist für Mohammed reserviert. Der Prediger steht also bestenfalls auf der zweiten Stufe. Die Anzahl der Stufen soll immer das Vielfache von Drei sein.


Daneben befindet sich der schlichte dreischiffige timuridische Schabestan aus dem Jahre 1448. Durch Oberlichter aus Alabaster fällt Tageslicht ein.

Ali-Minarett
Das Ali-Minarett steht neben der Ali-Moschee am Ali Imam-Platz (Atigh-Platz) und ist das älteste Minarett in Isfahan. Es stammt aus dem 11. Jahrhundert.

Eingangsportal der Ali-Moschee





Der Eingang zum Scheich al-Aslam-Haus. Es soll eines der schönsten Bürgerhäuser Isfahans sein. Es ist leider geschlossen.

Auf dem Weg zum Imam-Platz kommen wir an der prächtigen Fassade dieses Hauses vorbei, das gerade restauriert wird.

Ein nettes, kleines, unscheinbares Lokal mit dem viel versprechenden Namen Grandma´s Table und einer ansprechenden Speisekarte lädt zum Essen ein.

Die Auswahl der Speisen ist allerdings wegen des Feiertages sehr eingeschränkt, eigentlich gibt es nur Gheme.

Wir kommen mit den jungen Leuten, die das Lokal betreiben, in ein langes Gespräch.

Honar Basar
Der Bazar-e Honar an der Nordseite der Madrese Chahar Bagh ist ein übersichtlicher Basar aus safawidischer Zeit, der aus einer 220 Meter langen Hauptgasse besteht, an deren Seiten sich die Geschäfte aneinander reihen. Hier werden Goldschmiedearbeiten und feine handwerkliche Erzeugnisse verkauft.

Der Hintereingang ist noch geschlossen. Wir gehen an der langen Lehmziegelmauer vorbei zur Chahar-Bagh-Straße.

Aber auch der Haupteingang ist noch geschlossen.

Wir bummeln auf der Khiâbâne Chahâr-Bagh zur Madraseh-ye Chahâr-Bagh. Die khiâbân-e Chahâr Bagh, die vier Gärten Straße, ließ Shah Abbas I. um 1600 als Prachtstraße Die Chahâr-Bagh-Allee bauen. Sie zieht sich entlang einer Nord-Süd-Achse über den Zayandeh-Fluss hinweg durch die Stadt und verbindet die Altstadt mit den südlichen Stadtteilen jenseits des Zayandeh-Flusses. Sie überquerte einst den Zayandeh über die Si-o-se-Brücke und war gesäumt von etwa 30 Gartenanlagen mit Palästen und Pavillons. In ihrer Mitte floss ein stufenförmig verlaufender Kanal, der sich in bestimmten Abständen zu breiten Bassins erweiterte. Der Wasserlauf wurde an beiden Seiten von Promenaden und zwei Reihen Platanen begleitet.

Madraseh-ye Chahâr Bagh
Die Madrase (Theologieschule) wurde als Teil einer weitläufigen Anlage gebaut wurde, zu der auch eine Karawanserei (heute das Abbassi-Hotel) und der Bazar-e Honar gehörten.

Der Haupteingang
In den Innenhof gelangt man durch einen Seiteneingang.

Von dort aus ist die prächtige, mit Ranken auf hellblauem Grund geschmückte 37 m hohe Kuppel zu sehen.

Die Minarette aus der Safawidenzeit.

Noch ein Kleinod.





Wunderschöne Holzfenster und Spitzbögen.

Herrliche Deckengewölbe...

...und Mosaike.

Links ein Logo, das allenthalben zu sehen ist und uns bislang ein Rätsel war. Es ist das Logo der Pasdaran, die militärische Stütze des Systems und seine wirtschaftlich stärkste Macht.

Wir verlassen die Madrese und spazieren die Chahar-Bagh-Straße hinauf in nördliche Richtung zum Hascht-Behescht-Palast.


Verfallene Pracht.

Hasht-Behesht Palast
Der Hasht-Behesht-Palast, der Acht-Paradiese-Palast, der mitten in einer wunderschönen persischen Parkanlage, dem Shahid (Märtyrer)-Rajayi-Park - liegt. Zutreffender war die ursprüngliche Bezeichnung Bagh-e Bolbol, Nachtigallen-Garten. Der Palast wurde in den 60er Jahren des 17. Jahrhunderts unter Shah Soleiman errichtet.



Die Rentner-Bank nimmt uns freundlich auf und schon animiert ein rhythmisches Klatschen zum Tanzen. Der Park ist ein beliebter Treffpunkt für pensionierte Männer und … Frauen!





Der Palast gehörte einst zu den am reichhaltigsten verzierten Gebäuden der Stadt. Mit der Zeit verfielen die Innendekorationen weitestgehend. Einige wenige Teile konnten wiederhergestellt werden.







An der Außenfassade befinden sich zahlreiche Fliesendekorationen mit Darstellungen diverser Tierszenen, Vögel, Raubtiere und Reptilien.









Chehel-Sotun-Palast
Der Weg zum Chehel-Sotun-Palast führt über eine viel befahrene Straße.

Fromme Sprüche am Zaun ermahnen die Männer, unter anderem:
„Oh Männer, zügelt eure fleischlichen Gelüste und
schaut den Frauen nicht in die Augen!" ... sondern …?


Vorbei am Naturkundemuseum - ein Baumstamm, genauso alt wie das Chehel-Sotun.

Chehel Sotun ist ein Palast aus safawidischer und gehörte zu den königlichen Gärten hinter dem Ali-Qapu-Palast.

Chehel Sotun bedeutet vierzig Säulen. Der Palast hat zwar nur zwanzig Säulen. Vierzig ergeben sich mit den im Wasserbecken sich spiegelnden Säulen.

Der Eingangsiwan imponiert mit den hohen Holzsäulen und ist mit Spiegeln geschmückt. Der Innenraum ist mit Fresken mit Darstellungen vom Leben am Hofe der Safawiden und historischen Ereignissen ausgestaltet.
Bankett zu Ehren des Emirs von Buchara, Vali Mohammad Khan 1611
Vali Muhammad Khan war von 1605-1611 n.Chr. Anführer der Ashtarkhanid-Dynastie im Khanat von Buchara. Nach einem Aufstand floh er an den Hof von Shah Abbas I. und bemühte sich um Unterstützung. Abbas verpflichtete den Khan, gab ihm eine Armee und schickte ihn zurück nach Buchara. Der Versuch, den Aufstand niederzuschlagen, schlug fehl und Vali Muhammad Khan starb.

Links Vali Mohammed Khan, Emir von Buchara, rechts Shah Abbas I.
Eine ausgelassene Feier mit Tänzerinnen und Wein.

Rechts unten liegt ein betrunkener Mann, dahinter wird eine ebensolche Frau von zwei Frauen gestützt.

Links unten liebkosen sich zwei Frauen.

Etwas gesitteter geht es bei dem nächsten Gemälde zu.
Bankett des Shah Abbas II. zu Ehren Emir Nader Mohammed Khan von Turkestan, 1646



Das Streichinstrument in der Mitte ist eine Kamantsche, eine Stachelgeige, links daneben eine Kanun, eine Kastenzither und rechts eine Tanbur, eine Langhalslaute
Empfang zu Ehren des Mogulherrschers Humayun im Jahr 1544,

Shah Tahmasb empfängt den Mogulherrscher Humayun, den zweiten Mogul-Herrscher in Indien. Eine schwerwiegende Niederlage gegen Sher Shah zwang Humayun zur Flucht aus Indien und führte zur Unterbrechung der Mogulherrschaft durch die kurzlebige Sur-Dynastie. Zuflucht und Hilfe fand er am persischen Hof, und erst die unter Sher Shahs Nachfolgern ausbrechenden Machtkämpfe ermöglichten ihm schließlich die Rückkehr nach Indien.


Chahâr-Shanbeh-Suri-Fest

Schlacht von 1739 bei Karnal nahe Dehli

Nadir Schahs besiegt den indischen Sultan Mohammad Shah.

Sultan Mohammad Shah auf einem weißen Elefanten

Am unteren Rand des Bildes liegen die Kriegsopfer.
Die Schlacht von Taher Abad bei Merw/Usbekistan

Mohammed Scheibanis Hof war damals eine Zufluchtsstätte für Sunniten, die aus Persien flohen. Der Khan versuchte nun, den Kalifentitel anzunehmen und forderte den schiitischen Perserschah Ismael I. (Safawiden) auf, die Unterdrückung der Sunniten zu beenden, was zum Krieg mit Persien führte. Mohammed Scheibani fiel in der Schlacht bei Merw. Aus seinem Schädel wurde eine Trinkschale gemacht, die Kopfhaut angeblich an den Osmanensultan gesandt.

Shah Ismail auf einem Schimmel.


Die Opfer am unteren Rand des Bildes
Schlacht bei Tschaldiran
Die Schlacht bei Tschaldiran fand am 23. August 1514 in der Nähe von Tschaldiran in Ostanatolien zwischen dem Osmanischen Reich unter Sultan Selim I. und den Safawiden des Persischen Reiches unter Schah Ismail I. statt. Sie endete mit einem entscheidenden Sieg der Osmanen.



Qotbiyeh Moschee
Die Portale stammen von der Qotbiyeh Moschee, die während der Herrschaft von Shah Tahmasb errichtet worden war. Sie standen kurz vor dem Zusammenbruch und wurden, insbesondere wegen der exquisiten Fliesen, am neuen Ort an der Südseite des Chehel Sotun-Palastes neu aufgebaut.



Wieder mal eine nette Begegnung. Als wir ihnen erzählen, dass wir irgendwann auch mal die Bahnreise nach Sari im Norden des Iran am kaspischen Meer machen wollen, folgt eine Einladung; sie wohnen in Sari.

Imam-Platz
Mit seinen fast 90.000 Quadratmetern ist der Meydan-e Naqsh-e Jahn oder Imam-Platz - wie er nach der Revolution umbenannt wurde. Nach dem Platz des himmlischen Friedens in China ist er zweitgrößte Platz der Welt. Er nimmt für sich aber in Anspruch, jedenfalls der schönste zu sein. Er ist prägender Mittelpunkt der Stadt und ihres kulturellen und gesellschaftlichen Lebens. Religiöse und königliche Gebäude umrahmen den Platz, die unter der Regentschaft Schah Abbas I. zwischen dem 16. und 17. Jahrhundert errichtet wurden. An den vier Himmelsrichtungen des Platzes liegt jeweils ein bedeutendes Bauwerk.
Von der Qeysarieh-Pforte aus bietet sich ein schöner Blick auf den Platz.

Rechts im Bild der Ali Qapu Palast, in der Mitte die Jame Abbasi Moschee und links die Lotfallah Moschee.


Auf dem Platz herrscht ein reges Treiben. In den Grünanlagen um das riesige Wasserbecken mit Springbrunnen haben Gruppen ihre Decken ausgebreitet und picknicken. Dazwischen laufen Kinder herum und lassen Drachen steigen.


Auf den steinernen Bänken rund um den Platz beobachten Besucher das Treiben. Passanten flanieren um den Platz herum

Doppelstöckige Arkaden umrahmen den Platz, in denen sich diverse Läden befinden. Sie bieten Teppiche, Schmuckdosen, Messingware, Porzellan und Keramik – traditionsreiches, edles Handwerk aus Isfahan - an.

Der Stoffdrucker bei seiner Arbeit.



Gerne würden wir diesen Anblick von einem Straßencafé aus genießen. Fehlanzeige. 'Straßencafés' gibt es am Platz nicht. Die Gebäude um den Platz gehören mit wenigen Ausnahmen einem staatlichen Unternehmen, das den Pächtern den Ausschank und die Darreichung von Speisen verbietet. Hinter den Arkaden verläuft der Hauptweg des Basars und hier gibt es auch Teestuben, Cafés und Imbissstuben. In einem Hinterhof des Bazars versteckt, entdecken wir ein nettes, kleines Café.

Ali Qapu

Die Hohe Pforte fungierte als Eingang zum Gartenpalast hinter dem Ali Qapu und gleichzeitig als Aussichtsplattform. Er verfügt über 6 Stockwerke und jedes hat seine eigene Dekoration. Einige Meisterwerke wie Faszien und Gemälde aus der Zeit der Safawiden haben ihn einzigartig gemacht. Markant ragt die Veranda mit ihren 18 Säulen am Platz empor. Ursprünglich waren die Säulen mit Spiegeln verkleidet, um den Eindruck zu erwecken, dass das Dach frei in der Luft steht. Im Vordergrund eine Steele des Polo-Tores.

Eine kleine Stärkung vor der Besteigung des Ali Qapu.


Die Räume in den unteren Stockwerken dienten dem Personal und den Wächtern, die oberen Stockwerke dem König und seiner Familie, insbesondere der Thronraum mit zahlreichen Wandmalereien, der für größere Empfänge benutzt wurde.
Hoch führen Stufen mit wunderschönen Fliesen.


Die Veranda


Der Vorhang ist nicht echt, er ist gemalt.

Der Thronraum


Von der Veranda aus konnten der König und sein Hofstaat die Veranstaltungen und Vorgänge auf dem Platz verfolgen unter anderem Polospiele, die dort früher abgehalten wurden. Der Shah selbst soll sich manchmal an den Spielen beteiligt haben; wenn er den Ball spielte, sollen die Fanfaren geblasen worden sein. Die „Torpfosten“ stehen heute noch an den beiden kurzen Enden des Platzes.

Die Treppenstufen zum Musikzimmer im fünften Stock sind ziemlich hoch. Shah Abbas scheint es weniger auf die Bequemlichkeit angekommen zu sein, als auf die Außenwirkung. Zur Demonstration seiner Macht, musste der Bau vor allem hoch sein.

Die Wände des Musikzimmers sind durch viele flaschen- und vasenförmige Gipsnischen aufgelockert, was ihm eine gute Akustik verleiht. Daher der Name „Musikzimmer“. Hier hielt der Shah Audienzen im kleinen Kreis ab.


Ein Guide für Isfahan - er fragt uns, ob er uns helfen kann. Ja, er kann. Wo gibt es gutes Beryani? Er führt uns gleich dahin, ganz in der Nähe. Beryani ist eine Spezialität von Isfahan, gehacktes Schaffleisch mit Innereien, gewürzt mit Zimt, eingewickelt in ein Fladenbrot.



Es schmeckt cheyli, cheyli chub!


Die Produktpiraterie wird zur Schau gestellt:
Die Getränkeauswahl im Original und die Kopie.

Gestärkt geht es weiter zur Lotfollah-Moschee, nur wenige Schritte entfernt.
Lotfollah-Moschee
Gegenüber der Hohen Pforte und dem königlichen Palastgebiet liegt im Osten des Platzes das farbenprächtige, blaugrundige Eingangsportal der Scheich-Lotfollah-Moschee. Der Architekt hieß Muhammad Reza ibn Ustad Hossein Banna Isfahani. Die Moschee wurde in der Zeit von 1603 bis 1616 errichtet. Bis zur Errichtung der Shah Abassi Moschee wurde sie vom Schah und seiner Familie benutzt. Sie ist durch einen unterirdischen Gang unter dem Imam-Platz mit dem gegenüberliegenden Ali Qapu Palast verbunden, um die weiblichen Angehörigen der königlichen Familie vor fremden Blicken zu schützen. Abbas I. widmete sie seinem 1622 verstorbenen Schwiegervater Scheich Lotfollah, dessen Namen sie seither trägt. Obwohl wesentlich kleiner, steht die Sheik Lotfollah Moschee der Imam-Moschee in der Schönheit in nichts nach.


Die Kuppel auf dem Dach der Sheikh Lotfollah Moschee zieren verschnörkelte Rankenmuster auf sandfarbenem Grund. Die dezente Kuppel steht im Kontrast zu den typischen, blau leuchtenden Motiven des darunter liegenden Eingangsportals.

Über dem durchbrochenen Fenster erscheint der Name des Architekten der Moschee, Ali Akbar Isfahani.



Die Gebetshalle
Die komplexen Wandmosaiken und die außerordentlich schöne Decke mit immer kleiner werdenden gelben Motiven sind Meisterwerke islamischer Baukunst.

Die Sonnenstrahlen, die durch die Tambourfenster in den Raum fallen, zaubern ein Spiel aus Licht und Schatten, die den Raum eindrucksvoll wirken lassen.


Die Inschriftenbänder in feiner Thulth-Schrift sowohl an der Außen- und Innenkuppel, als auch über dem Eingang stammen von dem bekanntesten Kalligraphen der damaligen Zeit, Meister Ali Reza Abbasi.

Der Mihrab ist einer der schönsten im Iran und ungewöhnlich hoch.

Imam-Moschee
Der Queyssarie-Pforte gegenüber liegt die Imam-Moschee aus dem 17. Jahrhundert – vormals Jame-Abassi-Moschee -, deren Kuppel und Minarette mit Mosaikfliesen und Kalligrafie bedeckt sind. Die Moschee sollte den Kontrapunkt zu dem Qeyssarieh – Portal bilden. Das Portal musste daher zum Platz hin gebaut, die Moschee jedoch nach Mekka ausgerichtet werden. Das Portal ist knapp 27 m hoch und wird von zwei 42 m hohen Minaretten flankiert.

Das Eingangsportal - im Vordergrund die Marmorpfosten des Polo-Tores.

Vom Portal der Moschee bietet sich ein Blick auf die Queyssarieh-Pforte.

Vor dem Eingang zur Freitagsmoschee treffen wir Hamid. Wir kennen ihn schon vom letzten Isfahanbesuch. Er freut sich, uns wieder zu sehen und lädt uns zu einem Tee ein. Wir wollen aber zuerst die Moschee besichtigen.

An solch einem religiösen Ort angemessen gekleidet zu sein, ist eigentlich selbstverständlich. Höchst vorsorglich weist eine lange Liste auf die Verbote hin.

Ob das, was erlaubt ist, angemessener ist?

Geht das oder ist das nicht eine Nummer zu groß?


Der Eingang der Moschee wird von zwei großen Paneelen eingerahmt, deren Fliesenmuster Gebetsteppiche darstellen.
Shah Abbas befürchtete, die Fertigstellung der Moschee nicht mehr zu erleben und drängte zur Eile. Dies führte zur Erfindung einer neuen Brenntechnik für die Fliesen, die es gestattete, mit bis zu sieben Farben gleichzeitig auf einer Fliese zu arbeiten, ohne dass diese ineinander verlaufen. Das Verfahren war nicht nur schneller, sondern auch billiger und wurde oft als Ersatz für Mosaiktechniken verwendet. Die Verkleidung der Königsmoschee besteht aus Fliesen des alten und neuen Stils. Für das Gebäude wurden schätzungsweise 18 Millionen Ziegelsteine, für Verkleidung und Futtermauern rund 472.500 Kacheln verbaut.

Das Eingangsportal ist mit Stalaktiten ausgestattet und ebenso wie das gesamte Innere mit wundervollen floralen Fliesenmustern geschmückt.

Unmittelbar über dem durchbrochenen Fenster im Muqarnas-Bereich des Hauptportals befindet sich ein besonderes Fliesenfeld, auf dem eine von zwei Pfauen flankierte Blumenvase abgebildet ist.

Dieses Feld setzt sich aus 3000 Mosaik-Fliesen zusammen. Ansonsten wurden fast ausnahmslos quadratische mit floralen Motiven in Blau-, Türkis- und Gelbtönen bemalte Fliesen verwendet, die zu den schönsten im Iran gelten.
Der Hauptiwan vor der Gebetshalle wird von zwei 48 m hohen Minaretten überragt.

Die Hauptkuppel über der Gebetshalle ist 54 m hoch und nach dem Prinzip der Doppelschalen gebaut; über die innere Kuppel ist eine äußere gelegt. Die Innenkuppel des Gebetsraumes wird durch ein ausgewogenes, sich zum Zentrum hin verkleinerndes netzförmiges Muster auf ockerfarbigem Grund verziert.

Die äußere Kuppel der Gebetshalle ist mit Fliesen geschmückt, deren weiße und gelbe Rankengeflechte sich auf blauem Grund überschneiden.

An die Gebetshalle schließen sich an den Außenseiten zwei Madresen (Schulen) mit ihren Innenhöfen an.




Von hier aus hat man noch einmal einen schönen Blick auf die prächtige Kuppel mit ihren weißen und gelben Rankengeflechten auf blauem Grund und die Minarette.



Der Minbar, von dem aus der Chatib seine Freitagspredigt hält.

Beim Blick auf den Eingangsiwan vom Innenhof her, sieht man gut das zur Moschee um 45° versetzte Eingangsportal.

Der Westiwan mit der Goldasteh.










Der Teppichladen
Jetzt geht es auf einen Tee zu Hamid. Sein Teppichladen liegt unmittelbar neben der Moschee. Gleich wird uns der Tee serviert.


Wir plaudern ein bisschen. Er fragt uns, ob wir etwas über Perserteppiche hören möchten. Gerne. Etwa anderthalb Stunden legt er uns einen Teppich nach dem anderen vor und liest aus ihnen wie aus einem Buch:
Hier kommt der König und geht zu seinem Zelt, das dort oben steht, vorbei an Schlangen und Schmetterlingen, oder an Zypressen, die das ewige (jenseitige) Leben symbolisieren. Vögel symbolisieren Freiheit und das Paradies. Auf einem Teppich, an dessen Rande kleine Quadrate aneinandergereiht sind, zeigt er auf das fünfte von links, das sein Geschäft darstellen soll. Interessant sind die Erläuterungen zu dem Teppich, den die Knüpferin während ihrer Schwangerschaft anfertigt hat. Das Problem stellt sich, wenn sie nicht weiß, was es wird. Entweder legt sie sich fest und verkauft den Teppich, wenn es statt eines Jungen, für den der Teppich geknüpft wurde, ein Mädchen wird oder sie bildet beides ab.


Der Schwangerschaftsteppich in Erwartung eines Mädchens.

Dieser Teppich hat auf der Vorderseite und auf der Rückseite ein Bild. Das heißt, die Knüpferinnen arbeiten simultan an Vorder- und Rückseite.



Nur kurz in den Bazar reinschauen.


Hotel Abbasi
Eine frühere Karawanserei aus der Zeit der Safawiden wurde zur Zeit des letzten Schahs Mohammad Reza Pahlavi zum Hotel Schah Abbas (heute: Abbasi Hotel) umgebaut, das mit seiner prunkvollen Innenausstattung und der architektonischen Gestaltung zu den eindrucksvollsten Bauwerken der Stadt zählt.



Die Suiten mit Blick auf den Innenhof.






Nachtbummel nach "Hause"
Auf dem Nachhauseweg lassen wir Isfahan bei Nacht auf uns einwirken.






Auf unserem Bummel um den Imam-Platz werden wir von den beiden jungen Leuten aus Grandma´s Table angesprochen, die mit Onkel, Tante, Cousin und Nichte einen Bummel machen. Wie alte Bekannte werden wir ihnen vorgestellt. Ein nettes Wiedersehen.
Vom Café können wir das Treiben im Bazar verfolgen.




Ein Lichtertunnel zu Nowruz.

Das Lokal merken wir uns für das nächste Mal.


„Die gute alte Zeit“

Rückreise
Wir wissen, dass wir nicht das letzte Mal hier waren, nicht nur weil die Zeit nicht reichte, alle Sehenswürdigkeiten zu besichtigen, die wir sehen wollten, sondern auch, weil die Stadt so einen Charme hat.
Als wir morgens abreisen wollen und das Taxi bestellt hatten, müssen wir feststellen, dass wegen einer Veranstaltung anlässlich des 40. Jahrestages der Revolution die Straße am Hotel gesperrt ist.

Wir schaffen es jedoch noch rechtzeitig zum Flughafen.

Zurück in Teheran sehen wir schon aus dem Flieger auf die Großveranstaltung zum 40. Revolutionstag am Azadi-Platz, dem Platz der Freiheit.
Trotz Regens haben sich Tausende von Menschen dort versammelt, um den Worten ihres Präsidenten Rohani zu lauschen. Es war nicht so einfach, in die Nähe der Bühne zu gelangen. Freien Durchgang hatte man allerdings, wenn man auf die Frage "Woher kommen Sie" - "Aus Deutschland" antwortete - welcome!







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